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Umstieg in die Privatpraxis

Chance oder Risiko?

Soll ich mein Leben als Kassenknecht aufgeben und mich privatärztlich niederlassen oder gar ohne vorherige Kassenpraxis Privatarzt werden?

Diese Fragen stellen sich in der derzeitigen Situation der Gesetzlichen Krankenkassen viele Kolleginnen und Kollegen. Was ist bei der Beantwortung dieser Frage zu beachten?

• Wichtig ist das Umfeld zu kennen und zu wissen, ob entsprechend Möglichkeiten für Privatmedizin bestehen.

• Zudem ist ein wesentliches Entscheidungskriterium die persönliche Ausgabensituation, d.h. wie lange man mit einem zunächst verminderten Einkommen auskommen kann. Diese Rahmenbedingungen lassen sich sicherlich nur individuell klären, und jeder muss sich auf seine eigene Risikobereitschaft prüfen.

• Ein nicht unwesentlicher Faktor bei der Frage der privaten Niederlassung ist natürlich die Spezialisierung. Hier wird es ein ganz allgemein tätiger „ Wald und Wiesen- Doktor“ natürlich schwerer haben, als ein in irgendeiner Form spezialisierter Kollege oder Kollegin, beispielsweise für Gefäßmedizin oder spezielle Naturheilverfahren. Dennoch ist es auch einem „normalen“ Allgemeinmediziner, Internisten oder Orthopäden unter entsprechenden Randbedingungen möglich, sich eine zufrieden stellende Privatpraxis aufzubauen.

Trotz aller Unsicherheiten kann für viele eine Niederlassung als Privatarzt eine Alternative darstellen, weil man sich endlich der Medizin widmen kann, die man schon immer machen wollte.

Man kann bei der Planung für eine Privatpraxis einberechnen, dass auch ein Teil der Kassenpatienten, die man vorher behandelt hat, gerne bei einer ihnen bekannten Privatärztin oder einem Privatarzt bleiben und dafür auch Geld auszugeben bereit sind, die die üblichen, durch das Regelleistungsvolumen festgesetzten Beträge, bei weitem übersteigen.

Eine andere Frage ist die der Stabilität der GOÄ.
Wenn wir auch seit mehr als 13 Jahren keine Erhöhung der Punktwerte in der GOÄ gesehen haben, so ist dies in jedem Fall eine bessere Situation als in der Kassenmedizin, bei der die Spirale seit dieser Zeit ständig nach unten geht. Die GOÄ wird in ihrer derzeitigen Form voraussichtlich noch bis 2011 oder 2012 Bestand haben, so dass eine gewisse Sicherheit zum Umstieg besteht.

Der Privatärztliche Bundesverband ist die alleinige Vertretung der niedergelassen Privatärzte. Wir geben unseren Mitgliedern Hilfen an die Hand, wenn sie den Schritt in die private Medizin wagen wollen. Auch sind die Vorstände und Mitglieder bereit, bei entsprechenden Fragestellungen, die Schatztruhe der persönlichen Erfahrungen zu öffnen. Bitte haben sie jedoch Verständnis dafür, dass wir Beratung zur Niederlassung als Privatarzt nur für unsere Mitglieder durchführen können.

 
Privatärztlicher Bundesverband ⋅ Dreisamstraße 1 ⋅ 76337 Waldbronn ⋅ Telefon 07243-715363