Privatärztliche Praxis, Ausgabe 3/2012

ISSN Nummer 1438-7085

Ausgabe 2-2012

(Bitte haben Sie dafür Verständnis, dass hier im Internet unsere Verbandsnachrichten nur sehr verkürzt wiedergegeben werden. Insbesondere Tipps zur Abrechnung stellen wir nur unseren Mitgliedern zur Verfügung)

NEUE SUCHMASCHINE DES PBV FÜR DIE PRIVATARZTSUCHE

Liebe Mitglieder. Wie Sie wissen hat ein neues Portal des PBV zur Arztsuche gestartet.

Falls Sie also noch nicht Ihre Daten hinterlegt haben und teilnehmen wollen erbitten wir von Ihnen:

Namen, Titel, Facharztbezeichnung, die Offiziellen Zusatzbezeichnungen, Adresse, Telefon, Fax, E-Mail und Homepage per Mail an die Geschäftsstelle unter mail(at)pbv-aerzte.de

Praxisschwerpunkte sind rechtlich problematisch und wurden deshalb vorerst nicht aufgenommen.

Die Suchmaschine wird zu erreichen sein unter www.arztsuche-privataerzte.de

Nach oben

Bericht von der Jahreshauptversammlung des PBV vom 21.4.2012 in Frankfurt

Unser 1. Vorsitzender Dr. Norbert Franz, berichtete eingangs über die möglichen politischen Szenarien, wie sie sich nach der Wahl 2013 darstellen könnten. Wir stellen hier einige Artikel über die Zukunft der PKV zusammen, die sich ebenfalls mit dieser (noch nicht vorhersehbaren) Situation beschäftigen.

Ein sehr effizienter, lebhafter Vortrag war der über neue Blutverdünnungsmedikamente von Professor Schinzel aus Mainz.

Die innovativen Mittel Rivaroxaban, Dabigatran etc. wurden in Vergleich gesetzt mit Marcumar, Heparin usw. Das Handling der neuen Mittel ist eindeutig besser, v.a. was prä- und postoperative Situationen betrifft. Zur Behandlung der tiefen Beinvenenthrombosen ist Xarelto (Rivaroxatan) das einzig zugelassene der neueren.

Danach referierte die sehr erfahrene (Arzt-spezialisierte) Rechtsanwältin Schade über neue Kooperationsformen.

Unser Justitiar, Herr Mertineit, hat zum Schluß der Veranstaltung, gewohnt anschaulich, bereits gestellte juristische Fragen von Mitgliedern erörtert. Abrechnungs-Fragen werden am häufigsten gesellt, z. B. wie TCM abrechnen!? Oft möchten Kolleginnen und Kollegen in Euro-Beträgen vergütet werden, und nicht nach GOÄ, weil sich die Tätigkeit ohnehin nur schwer nach GOÄ "abbilden" lasse; es werde aber auch nach GOÄ unterlassen, exakte analoge Beschreibungen in dem Rechnungstext zu integrieren. Dies sei eine grobe "Täuschung", die strafrechtliche Verfolgung könne schnell mehrere Tausend Euro erreichen, im Berufsrecht sogar die Approbation kosten.

Speziallabor: Bisher war – bei entsprechender Abrechungs-Berechtigung – unklar, ob bei selbst abgerechneten M III / M IV Positionen, ein "Vermögensschaden" strafrechtlich geltend gemacht werde. Wurden nicht alle Punkte der Selbstabrechnungs-Ermächtigung penibel erfüllt, konnte schnell von einer Täuschung ausgegangen werden (Eine Leistung die man nicht selbst erbracht hat, ist nichts wert!). Durch ein neues Urteil sind die "Verfolgungen" inzwischen sehr viel rigoroser, so dass es sich überhaupt nicht mehr empfiehlt, Speziallabor selbst anzurechnen, wenn nicht alle Punkte erfüllt sind. Im übrigen müsse ein juristischer Notfallplan in der Praxis bestehen. Sie müssen wissen, welchen Strafrechtler sie schnell erreichen können! Auch die Helferin müsse wissen, wo sie anruft.

Der Nachmittag war – wie fast immer – zufriedenstellend ausgelaufen.

Ihre Vorstandschaft

Nach oben

PKV: Am Scheideweg!

Bei einem zu erwartenden Regierungswechsel rücken neue Krankenversicherungsmodelle in den Vordergrund. Wie stellen sich die Beteiligten darauf ein? Wir klären auf, über Kernpunkte der verschiedenen Modelle.

(aus Arzt & Wirtschaft 03/2012)

Die PKV-Beitragssteigerungen zum Jahresanfang belebten die Diskussion um die Finanzierbarkeit der Beiträge. Stellen Sie sich schon mal auf einen Systemwechsel ein, rät A&W-Autor Claus Cory.

Zwar steigen die Mitgliederzahlen, doch mit ihnen die Klagen über die PKV. Auch ältere Ärzte merken, an Ihren eigenen Verträgen, wie exorbitant die Prämien explodieren. Generell müssen Bestandskunden besonders hohe Aufpreise zahlen. In Einzelfällen von über 35 Prozent bei gleichzeitigem Anstieg des Selbstbehalts um 20 Prozent. Ehedem gut situierte PKV-Mitglieder können so im Alter zu Sozialhilfeempfängern werden.

In allen Parteien will man deshalb vom Dogma "einmal PKV, immer PKV" wegkommen. Sollten SPD und Grüne 2013 das Ruder übernehmen, kommt mit großer Wahrscheinlichkeit die Bürgerversicherung. Selbst die CDU will eine Reform. Grundidee:

Es muss eine Wechselmöglichkeit GKV/PKV geben – unabhängig vom Einkommen. Ärzte sollen an beiden Systemen gleich verdienen. Das verlangt aber eine neue Vergütungsordnung, die Mediziner müssen von den Kassen erheblich mehr erhalten als jetzt.

Die PKV wankt dann, fällt aber nicht zwingend um. Wer in die GKV wechselt, verliert eine Altersrückstellung. Damit kann die PKV gut leben. Denn nach wie vor gibt es genügend Nachfrager, die Zusatztarife für alles Mögliche abschließen werden. Der PKV-Verband sieht die Situation anders: "Diese Pläne bedeuten massive Steuer- und Beitragserhöhungen. Fatal wäre die von der SPD geplante Sondersteuer auf Arbeitsplätze, denn nichts anderes ist die Abschaffung der Bemessungsgrenze für Arbeitgeber beim Krankenkassenbeitrag", kritisiert Reinhold Schulte, Vorsitzender des PKV-Verbands. Die SPD-Pläne seien eine Mogelpackung, die Vernichtung wertvoller Arbeitsplatze und Belastung nachfolgender Generationen bedeute.

A&W-DOKU

Eckpunkte der Bürgerversicherung

  • Jeder wird versichert; es gibt keine Versicherungspflichtgrenze;
  • GKV und PKV bieten die Bürgerversicherung an, von der alle Tarife in den Risikostrukturausgleich einbezogen werden;
  • Einkommensbezogene Beiträge: Jeder zahlt seine Beiträge nach seiner Leistungsfähigkeit aus Erwerbs- und Kapitaleinkomrnen
  • Kontrahierungszwang: jede Versicherung – ob gesetzliche oder private – muss jeden ohne Gesundheitsprüfung aufnehmen;
  • Gesetzlicher Leistungskatalog: alles medizinisch Notwendige ist zu 100 Prozent versichert;
  • Sachleistungsprinzip: Die Versicherten erhalten die Leistungen ohne in Vorleistung zu treten;
  • Jeder kann die Krankenkasse (GKV oder PKV) frei wählen. Wer schon privat versichert ist, kann dies bleiben oder in ein Bürgerversicherungsangebot seiner Wahl wechseln;
  • In der Bürgerversicherung sind Familienmitglieder ohne eigenes Einkommen und Kinder beitragsfrei mitversichert.

Nach oben

Kritik am gesamten Verhalten der PKV: Die PKV tut noch zu wenig

Ärzte Zeitung, 28.03.2012

Von Ilse Schlingensiepen

Über mangelnde Aufmerksamkeit brauchen sich die privaten Krankenversicherer (PKV) zurzeit nicht zu beklagen. Allerdings ist das öffentliche Interesse kein Grund zur Freude für die Branche.

Fast täglich nehmen Politiker, Verbraucherschützer und Krankenkassenmanager die PKV ins Visier. Wenn es nicht um grundsätzliche Zweifel am dualen Krankenversicherungssystem geht, sorgen konkrete Probleme für Unmut.

Beispiele: die Beiträge für ältere Versicherte, der unzureichende Deckungsumfang einzelner Policen oder die mangelnden Wechselmöglichkeiten zwischen den Anbietern und innerhalb desselben Hauses.

Die PKV tut sich schwer, mit Lösungen auf die berechtigte Kritik zu reagieren. Man will sich keinem Kartellverdacht aussetzen, zudem sind die Interessen der einzelnen Unternehmen kaum unter einen Hut zu bringen.

Auch haben manche Manager offensichtlich immer noch nicht begriffen, dass es bei einem "weiter so" nicht bleiben kann.

Das sehen auch einzelne Anbieter so, die mit konkreten Verbesserungsvorschlägen an die Öffentlichkeit gehen. Wie sinnvoll und tragfähig ihre Modelle sind, muss sich noch zeigen.

Aber die Unternehmen haben begriffen, dass die PKV offene Flanken schließen muss, um für die Zukunft noch eine Chance zu haben.

Nach oben

PKV-Billigtarife können zum Bumerang werden

Ärzte Zeitung online, 02.12.2011

Wer in der privaten Krankenversicherung (PKV) eine Police im unteren Preissegment abschließt, handelt sich häufig gleich zwei Nachteile ein: ein schlechtes Leistungsniveau und überproportionale Beitragserhöhungen. Darauf hat das Analysehaus Franke und Bornberg hingewiesen.

Die Analysten haben eine Kurzanalyse erstellt, nach der mindestens elf Unternehmen bei ihren niedrigpreisigen Produktlinien die Neugeschäftsbeiträge zum 1. Januar im zweistelligen Prozentbereich erhöhen. Vergleichbare Anpassungen im Bestand seien wahrscheinlich.

Das Unternehmen nennt Tarife der Anbieter Axa, Bayerische Beamtenkrankenkasse/UKV, Central, Deutscher Ring, DKV, Gothaer, Hanse Merkur, LKH, Nürnberger, R+V und Universa, weist aber darauf hin, dass die Auflistung nicht vollständig ist.

Wegen der Kostenstruktur in den Billigtarifen werde die Entwicklung weiter gehen, erwartet Franke und Bornberg. Fast alle PKV-Unternehmen würden knapp kalkulierte Einstiegsangebote mit abgespecktem Leistungsspektrum anbieten.

Einsteigertarife eine "teure Fehlentwicklung"

"Es ist insofern wahrscheinlich, dass diese und weitere Gesellschaften auch in Zukunft erhebliche Preiserhöhungen durchsetzen müssen, um ihre Tarife lebensfähig zu halten", lautet die Prognose der Versicherungsexperten.

Ihr Fazit: "Der Trend zu Einsteigertarifen ist eine für die Versicherten teure Fehlentwicklung." Sie täuschten lediglich eine Weile darüber hinweg, dass eine gute medizinische Betreuung eben Geld kostet.

Bei einem Wechsel von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung sollte deshalb der Wunsch, Geld zu sparen, nicht die Hauptrolle spielen.

Wer sich trotz allem für einen Billigtarif entscheidet, dem empfiehlt Franke und Bornberg, ein Angebot zu wählen, dass die Option zur Umstellung in einem umfassenderen Tarif ohne erneute Gesundheitsprüfung vorsieht.

Nach oben

Schutzmacht auf dem Rückzug: Das mögliche Ende der PKV und dessen Folgen

aus der niedergelassene arzt 4/2012

Nach der Reform ist vor der Reform. Auf nichts scheint diese aus dem Fußballerjargon entlehnte Weisheit besser zu passen, als auf das deutsche Gesundheitswesen. So hat sich kaum der Staub um das Versorgungsstrukturgesetz gelegt, rumort es bereits wieder mächtig im Gebälk.

Diesmal im Fadenkreuz der Reformfreudigen: Die Zukunft der Privaten Krankenversicherung (PKV) und damit auch die Frage, ob Ärzte auch in Zukunft freiberuflich tätig sein werden. Während sich die Politiker reihum zur PKV-Frage positionieren, befeuern die anstehenden Landtagswahlen die Rivalitäten unter den Parteien. Dabei stehen sich nicht nur Bürgerliche und Linke in Missgunst gegenüber. Auch innerhalb der schwarz-gelben Koalition zischt und brodelt es an allen Ecken. Als Brandbeschleuniger wirkt nicht zuletzt die desolate Lage der FDP.

PKV-Ende Schon in Sicht?

Zunächst zur PKV: Es war wohl eine durchhaus kalkulierte Provokation des gesundheitspolitischen Sprechers der CDU, als dieser in einem Zeitungsinterview Mitte März laut über das Ende der PKV nachdachte. Die Trennung zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung, so Jens Spahn, sei "nicht mehr zeitgemäß".

Damit stellte die CDU erstmals offen die PKV infrage. Obwohl Teile der CSU auf diesen Paradigmenwechsel mit Empörung reagierten, scheint es den Privaten tatsächlich an den Kragen zu gehen. Nach Ostern treffen sich die Gesundheitspolitiker von CDU und CSU zur Klausur, um über die Zukunft der PKV zu diskutieren. Sollte sich Spahns Idee hier verfestigen, wird es eng für die Privaten Versicherungsunternehmen. In der Politik fehlen ihnen dann die Unterstützer. Lediglich die Liberalen nehmen die PKV noch öffentlich in Schutz. Das duale System habe sich bewährt, so Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr. Die Zwangs-AOK für alle könne nicht die Lösung sein.

Gegen Bürgerversicherung

Naturgemäß deutlich schärfer protestieren unterdessen Versicherungsunternehmen und der PKV -Verband. Hier wittert man eine "Anti- PKV-Propaganda", die Einzelfälle von überhöhten Beitragssteigerungen skandalisiere und dadurch ein funktionierendes System gezielt zerstöre. Dabei sei die PKV "die bessere Alternative im Gesundheitswesen", wie Debeka-Chef Uwe Laue, betont. Mit Blick auf die Folgen einer PKV-Beschneidung warnt Reinholt Schulte, Vorsitzender des Verbandes der privaten Krankenversicherungen, eindringlich vor einer Bürgerversicherung nach britischem Vorbild: "Das ist Zweiklassenmedizin in Reinkultur."

Geschäftsmodell gescheitert?

Kein Mitleid kommt dagegen von den Gesetzlichen Krankenkassen. AOK-Chef Jürgen Graalmann: "Ich halte das Geschäftsmodell der PKV im Bereich der Vollversicherung für gescheitert." Ähnlich äußert sich die Vorsitzende des GKV-Spitzenverbands. Die Privatversicherer, so Dr. Doris Pfeiffer, hätten so große Probleme, dass sie bereitwillig unter das Dach der GKV geschlüpft seien, so beispielsweise bei den Preisverhandlungen mit den Pharmaunternehmen. Es sei vom baldigen Ende der PKV auszugehen, so Pfeiffer.

Der Ball liegt nun bei der Politik. Kommt es 2013 zu einer Bundesregierung unter Führung der SPD, scheint die Bürgerversicherung unumgänglich. Das Ende der Privaten als Vollversicherung wäre besiegelt. Mit dem jüngsten Schwenk der Christdemokraten bleibt dieses Szenario nicht auf die SPD beschrankt. Wenn auch womöglich unter Beibehaltung einer Vielzahl konkurrierender Krankenversicherer, könnten die Einschnitte in das etablierte System auch mit der CDU gravierend sein. Die jahrzehntelange christdemokratische Schutzmacht zieht sich zurück. Und selbst wenn sie es wollte, die FDP könnte diese Lücke kaum schließen, allein schon, weil zu ungewiss ist, ob den Liberalen der Wiedereinzug in die Parlamente in Bund und Ländern überhaupt gelingt. Eine mögliche Regierungsmitwirkung scheint im Moment geradezu utopisch. Das weiß auch die CVU. Wo es nur geht, distanziert sie sich von ihrem einstigen Wunschpartner und macht sich stattdessen für neue Koalitionen hübsch.

Zukünftiges Szenario ungewiss

Vor diesem Hintergrund zeichnet sich für die Ärzte ein äußerst ungewisses Zukunftsszenario ab. Die Vereinheitlichung des Versicherungssystems hin zu einer Groß- Versicherung, wie sie aus den Bürgerversicherungskonzepten von SPD und möglicherweise auch der CDU resultieren könnte, bedroht die ärztliche Freiberuflichkeit. Dann, so muss befürchtet werden, könnten Ärzte zu Weisungsgebundenen der Kasse(n) degradiert werden. Sie wären nicht mehr nur ihren Patienten und der Allgemeinheit verpflichtet, sondern einer übermächtigen "Einheits- AOK".

Unabhängige medizinische Entscheidungen, Stichwort "Therapiefreiheit", gehörten der Vergangenheit an. Das vertrauliche Arztz-Patienten-Verhältnis könnte langfristig Schaden nehmen.

Thomas Hahn

Nach oben

Private Krankenversicherung jedes Jahr um fünf Prozent teurer

Ärzte Zeitung, 20.04.2012

Die Private Krankenversicherung (PKV) hat ihre Prämien nach Angaben der Bundesregierung zwischen 2000 und 2010 um durchschnittlich mehr als fünf Prozent im Jahr angehoben. Eine entsprechende Aufstellung hat das Finanzministerium auf Anfrage der Fraktion Die Linke übermittelt, wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" in ihrer Freitagsausgabe berichtet. Demnach erreichte die Steigerung bei den "nach Art der Lebensversicherung" geführten Tarifen mit durchschnittlich 7,27 Prozent 2010 den höchsten Wert, das Jahr davor markierte mit 3,4 Prozent den niedrigsten.

Die Daten, die auf Zahlen der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht beruhen, widersprechen Angaben des PKV-Verbands. Der hatte am Mittwoch erklärt, im langfristigen Vergleich betrage die jährliche Beitragssteigerung in der PKV knapp 3,3 Prozent. Das sei geringfügig mehr als in der gesetzlichen Versicherung mit rund 3,1 Prozent. In ihrer Antwort auf die Kleine Anfrage stellt die Regierung ferner fest, sie habe keine Erkenntnisse darüber, ob PKV-Beiträge für Ruheständler in der Regel "deutlich höher als zuvor" seien. Versicherer nutzten vielmehr diverse gesetzliche Instrumente, um die Beitragsbelastung im Alter zu begrenzen. Die Regierung erwäge zudem keine Änderung der Beamten-Krankenversicherung aus Beihilfe und privater Absicherung. Das System habe sich bewährt. Mit 47,5 Prozent stellen die Beamten neben freiwillig Versicherten und Selbständigen den größten Block der PKV-Kunden.

Ungeachtet der Kostendebatte hat die PKV die Zahl ihrer Kunden 2011 weiter ausgeweitet, um 1 Prozent. Sie hat nun 8,98 Millionen Krankenvollversicherten, mit den Zusatzversicherten kommen die 44 Unternehmen auf 31 Millionen Kunden. Alle Spekulationen über angebliche Abwanderungen hätten mit der Wirklichkeit nichts zu tun, kommentierte der Vorsitzende Reinhold Schulte. Der Netto-Neuzugang in der Vollversicherung habe bei 80 800 (Vorjahr 84 700) Personen gelegen. Der Marktanteil sei weiter gewachsen. Inzwischen hätten 11,3 Prozent der Deutschen eine private Krankenversicherung – vor fünf Jahren seien es 10,7 Prozent gewesen. Besonders stark sei die Nachfrage nach Pflegezusatzversicherung. Die Zahl der Verträge sei um 10,8 Prozent auf 1,88 Millionen gestiegen. Die Alterungsrückstellungen summierten sich auf 170 Milliarden Euro.

Nach oben

Private Krankenversicherung: Provisionen für Makler werden begrenzt

Dtsch Arztebl 20.4.2012

Private Krankenversicherungen dürfen externen Maklern für die Vermittlung einer Vollversicherung nur noch höchstens 9,9 Monatsbeiträge bezahlen. Das hat die Bundesregierung mit dem Gesetz zur Novellierung des Finanzanlagenvermittler- und Vermögensanlagenrechts festgelegt, das am 1. April dieses Jahres in Kraft getreten ist.

Zudem erhält der Makler erst die volle Provision, wenn der vermittelte Versicherte fünf Jahre bei dem neuen Versicherer geblieben ist. Auf diese Weise soll Maklern der Anreiz genommen werden, Versicherte bereits nach kurzer Zeit an einen anderen Versicherer zu vermitteln, um erneut eine Provision zu erhalten. Zuvor hatten Makler vereinzelt bis zu 21 Monatsbeiträge pro Versichertem erhalten.

Vertreter privater Krankenversicherungen begrüßen die neuen Obergrenzen. "Eine gesetzgeberische Lösung war von der Branche gewünscht", hatte der Generaldirektor der Barmenia-Versicherungen, Dr. Josef Beutelmann, im Februar auf dem MCC-Kongress Kassengipfel erklärt. Aus kartellrechtlicher Sicht habe die private Krankenversicherung keine eigenständige Lösung herbeiführen können.

Nach oben

DAS AUS DES MONATS: Schluss mit der kostenlosen privaten Auslandsreise-Krankenpolice

(aus Arzt & Wirtschaft 03/2012

Gesetzliche Kassen dürfen ihren Versicherten nur noch bis Jahresende private Auslandsreise-Krankenpolicen mit weltweiter Geltung gratis anbieten. Anstoß daran nahm das Bundesversicherungssamt, das Bundesgesundheitsministerium (BMG) teilt dessen Rechtsauffassung. Derzeit kommen mehr als zwei Millionen Versicherte in den Genuss solch einer Police. Laut BMG darf die GKV erweiterten Auslandskrankenschutz nicht als eigene Leistung anbieten. Für kostenlose Angebote gebe es daher "keine gesetzliche Ermächtigung". Erlaubt ist ihnen lediglich, private Zusatzversicherungen zu vermitteln.

Nach oben

PKV: Finanzielle Vorteile für Beamte

Dtsch Arztebl 6.4.2012

Einmal privat versichert, immer privat versichert? Nicht unbedingt (DÄ 4/2012: "Private Krankenversicherung: Der Weg zurück in die Kasse" von Wolfgang Büser).

Für Privatversicherte, die mindestens 55 Jahre alt sind ... gelten die Ausführungen nicht."

Für Privatversicherte, verheiratet mit einem Beamten, gibt es aber eine erhebliche finanzielle Erleichterung beziehungsweise Subventionierung bei den PKV-Beiträgen – auch nach dem 55. Lebensjahr: Es besteht nämlich die Möglichkeit, in den Beihilfetarif (50 bis 70 Prozent des Beitrages) des Ehepartners zu wechseln, falls das persönliche Einkommen zwei Jahre lang nicht mehr als 18 000 Euro beträgt, was sich leicht organisieren lässt. Wohl dem, der in einem Beamtenhaushalt lebt!

Nach oben

PRAXISVERKAUF: Steuervorteil sichern. So geht's!

(aus Arzt & Wirtschaft 03/2012)

Sowohl bei der Vertragsgestaltung zur Praxisabgabe als auch beim anschließenden Verhalten sind einige Punkte zu beachten, will der Verkäufer den privilegierten Steuersatz genießen, erinnert A&W-Autor Florian Bogner.

Steuerlich begünstigt lässt sich eine Praxis nur verkaufen, wenn tatsächlich die wesentlichen vermögensmäßigen Grundlagen der freiberuflichen Tätigkeit auf den Erwerber übergehen. Da reicht etwa nicht aus, dass der Erwerber Patientenkartei und Kassenzulassung kriegt. Eine Kassenzulassung kann nämlich gar nicht verkauft werden, da die durch die KV vergeben wird. Entsprechend kann der gezahlte Kaufpreis ohnehin nur Entgelt für die Aufgabe der Kassenzulassung sein.

Auch das Inventar und sonstige materielle Wirtschaftsgüter müssen übertragen und somit die Voraussetzungen dafür geschaffen werden, dass der Erwerber die Praxis in den bisherigen Räumen fortsetzt. Für Patienten muss erkennbar sein, dass ein Nachfolger tätig ist, der die Praxisräume zumindest vorübergehend noch nutzt. Einzig die Übernahme der Patientenkartei reicht nicht aus, weil so keine dauerhafte Patientenbeziehung durch Einmaligkeit der meisten Behandlungen entstehen kann.

Auch die zweite erforderliche Voraussetzung, dass der Veräußerer im bisherigen örtlichen Wirkungskreis nicht wenigstens für gewisse Zeit seine Tätigkeit einstellt, muss erfüllt sein. Diese ist nach den Umständen des Einzelfalls zu beurteilen, speziell nach der räumlichen Entfernung einer eventuellen neuen Praxis zur bisherigen, der Einstellungsdauer, der Vergleichbarkeit der Tätigkeiten sowie der Art und Struktur der Patienten.

Wer sich etwa in unmittelbarem zeitlichen Zusammenhang zwei Kilometer entfernt von seiner bisherigen Praxis neu niederlässt und argumentiert, er habe bisher vertragsärztlich als operativ tätiger Orthopäde gearbeitet, behandle jetzt aber ausschließlich Privatpatienten als konservativ tätiger Orthopäde, darf mit Steuerbegünstigung nicht rechnen. Schließlich reichen dem Fiskus hierfür die Änderung der Abrechnungsmethode und des Schwerpunkts der Tätigkeit nicht. Nach dem Verkauf einer Praxis ist nur eine wesensverschiedene Tätigkeit, die eine ganz andere Klientel anspricht, steuerunschädlich im bisherigen räumlichen Wirkungsbereich möglich. Dieser Anspruch erfordert gemeinhin eine unterschiedliche Berufsausbildung und in der Regel einen unterschiedlichen Werdegang als die Tätigkeit in der veräußerten Praxis.

A&W-DOKU

Die Rechtsprechung ...

... sieht den steuerlich privilegierten Praxisverkauf nicht gefährdet, wenn der Verkäufer anschließend ganz anders ärztlich arbeitet. Etwa wenn ein Allgemeinarzt danach als Betriebsarzt arbeitet. Abgelehnt wurde dagegen bislang schon Wesensverschiedenheit bei folgenden Konstellationen:

  • Allgemeinmedizinische Praxis und Praxis für Naturheilkunde;
  • Allgemeinmedizin nach schulmedizinischen Methoden einerseits und unter Anwendung der Psychotherapie und der traditionellen chinesischen Medizin andererseits.

Nach oben

DEUTSCHER ÄRZTETAG: Ärzteparlament befasst sich im Mai vor allem mit GOÄ-Novelle

(aus Arzt & Wirtschaft vom 19.4.2012)

Der 115. Deutsche Ärztetag vom 22. bis 25. Mai in Nürnberg wird sich unter anderem den Themen GOÄ-Novelle und Strategien für eine höhere Attraktivität des Hausarztberufes widmen.

Vom 22. bis 25. Mai 2012 kommen 250 Delegierte aus allen Landesärztekammern zum 115. Deutschen Ärztetag in Nürnberg zusammen, teilt die Bundesärztekammer mit. Dort werde sich das Ärzteparlament intensiv mit der Frage beschäftigen, welches der derzeit diskutierten Finanzierungskonzepte für die Krankenversicherung in Deutschland geeignet ist, eine im Zugang chancengleiche und qualitativ hochstehende Patientenversorgung dauerhaft sicherzustellen.

Der Ärztetag werde sich aber auch vielen weiteren versorgungsrelevanten Themen widmen. Ganz oben auf der Agenda stehen dabei die dringend notwendige Novelle der ärztlichen Gebührenordnung (GOÄ) sowie das von der Koalition geplante Patientenrechtegesetz. In einem weiteren Schwerpunkt werde sich das Ärzteparlament mit neuen kooperativen und sektor-übergreifenden Versorgungsformen befassen und deren Potentiale für die ärztliche Berufsausübung sowie für die Patientenversorgung beraten.

Für Berufseinsteiger dürften die zuletzt mit dem GKV-Versorgungstrukturgesetz geschaffenen neuen Kooperationsmöglichkeiten den Schritt in die Niederlassung erleichtern, heißt es weiter. Doch gänzlich beheben lasse sich dadurch der Ärztemangel insbesondere im hausärztlichen Bereich nicht. Der Nürnberger Ärztetag werde deshalb Strategien diskutieren, wie das hausärztliche Berufsbild wieder positiv besetzt werden kann.

Nach oben

GOÄ-aktuell: So rechnen Sie Besuche richtig ab

(aus Arzt & Wirtschaft 03/2012)

Die GOÄ-Novellierung klemmt. Für Ihre weitere Privatliquidationen ist damit klar: Wenigstens richtig abrechnen und kein Geld verschenken. A&W-Autorin Anna-Maria Adrian zeigt, was bei der Abrechnung von Besuchen gilt.

Die Besuchsleistungen sind der "Renner" bei der hausärztlichen Abrechnung. In der GOÄ wird zunächst nur differenziert zwischen dem Standardbesuch (GOÄ 50), dem Mitbesuch bei Patienten, die sich in derselben häuslichen Gemeinschaft befinden (GOÄ 51) und dem "Helferinnenbesuch" (GOÄ 52). Hausbesuche sind auch dann berechnungsfähig, wenn der Patient nicht angetroffen wird (etwa weil er schon in die Klinik fuhr). Für die Abrechnung entscheidend: der Hausbesuch wurde vom Patienten oder einem Angehörigen angefordert.

Besonderes ökonomisches Gewicht haben die "Erschwerniszuschlage":

  • Zuschlag E: Dringend angeforderte und unverzüglich ausgeführte Besuche,
  • Zuschlag F: Besuche zwischen 20:00 und 22:00 sowie 6:00 und 8:00 Uhr,
  • Zuschlag G: Besuche zwischen 22:00 und 6:00 Uhr,
  • Zuschlag H: Besuche an Samstagen, Sonn- oder Feiertagen sowie
  • Zuschlag K 2: Besuche bei Kindern bis zum vollendeten vierten Lebensjahr.

Diese Zuschläge sind nur einfach berechnungsfähig. Bei Besuchen dürfen sie unabhängig von der Anzahl und Kombination der erbrachten Leistungen je Inanspruchnahme des Arztes nur einmal berechnet werden. Wichtig für Ihr Teamgespräch: Bei der Abrechnung sind nicht weniger als 14 mögliche Abrechnungskombis zu beachten.

Nach oben

ÄRZTLICHE LEICHENSCHAU: So rechnen Sie die Todesfeststellung richtig ab

Aus gegebenem Anlass: Immer wieder erreichen und diesbzgl. Nachfragen, wohl vor allem deshalb, weil die Entschädigung für so eine sehr belastende Tätigkeit -die darüber hinaus sehr aufwändig ist, wenn man es so macht wie die Juristen es von uns verlangen- äußerst schäbig ist (dafür würde kein Jurist einen Finger krumm machen!!). Es ist nun mal so, mehr gibt es nicht!

Arzt & Wirtschaft 09. Mai 2012

Für die Abrechnung der Untersuchung eines Toten – einschließlich Feststellung des Todes und Ausstellung des Leichenschauscheins – gilt es einige Besonderheiten zu beachten.

Ärzte sind gesetzlich zur Leichenschau verpflichtet. Die Untersuchung eines Toten – also die Todesfeststellung, die Diagnose und die Ausstellung des Leichenschauscheins – wird nicht von der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) getragen und daher immer nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) mit der GOÄ-Ziffer 100 (gegebenenfalls weitere Ziffern bis 107) abgerechnet.

Für die Ziffer 100 (Punktzahl 250) können zwischen 14,47 Euro und 33,52 Euro, mit Begründung bis zu 51,00 Euro angesetzt werden. Wenn der Arzt die Leistung außerhalb seiner Arbeitsstätte oder Wohnung erbringt – was der Regelfall ist – kann er Wegegeld nach Paragraf 8 GOÄ berechnen.

Ein häufiger Streitpunkt ist, ob Ärzte neben der GOÄ-Ziffer 100 auch eine Besuchsgebühr nach GOÄ-Ziffer 50 (1facher Satz 18,65 Euro) ansetzen können. Diese Besuchsgebühr sollten Sie als Arzt neben der Ziffer 100 GOÄ nur dann berechnen, wenn sicher davon auszugehen ist, dass bei der Anforderung des Arztes der Patient noch lebte und ärztliche Hilfe benötigte. Bei Privatversicherten können Ärzte dann zusätzlich Ziffer 50 GOÄ berechnen, bei GKV-Patienten ist der Besuch nach EBM abzurechnen. Gegebenenfalls kann ein Zuschlag für einen Besuch zur ungelegenen Zeit hinzugerechnet werden.

Wenn der Arzt, nachdem er seine ärztlichen Untersuchungen/Maßnahmen beendet hat, beispielsweise noch den Angehörigen des Toten nichtmedizinische Fragen beantwortet, kann er eventuell die GOÄ-Ziffer 56 (Verweilgebühren) berechnen.

Ebenso können Formularkosten – vor allem wenn das amtliche Leichenschauformular dem Arzt nicht unentgeltlich zur Verfügung gestellt wird – nebenher angesetzt werden.

A&W-Tipp

Die Rechnung für die Leichenschau ist an diejenigen Personen zu richten, welche die Bestattungskosten tragen müssen, in der Regel die Erben. Sie können demnach die Rechnung an das Bestattungsinstitut schicken, welches diese Kosten mit auf die Gesamtrechnung setzt. Sind Erben nicht ausfindig zu machen, muss der Staat, zumeist das Sozialamt der Gemeindeverwaltung, für die Kosten aufkommen.  Abrechnungsfehler bei der Leichenschau versuchen Krankenkassen immer wieder als Betrugsskandale der Ärzte medial auszuschlachten. Besondere Sorgfalt ist daher hier vonnöten. Die Details zur Abrechnung finden Sie beispielsweise im Merkblatt zur Leichenschau der Ärztekammer Nordrhein.

Nach oben

GOÄ to go

(Der Allgemeinarzt 7/2012)

Der Verband der Privatärzt­lichen Verrechnungsstellen e.V. (PVS) bietet unter dem Namen iGOÄ eine kostenlose digitale Version der Gebühren­ordnung für Ärz­te (GOÄ) an. Die Applikation ist derzeit für das iPhone erhältlich, eine Version für Android-basierte Smartphones ist in Vorberei­tung. Mit der App können per Volltextsuche ärztliche Leis­tungen recherchiert werden. Müssen bei der Abrechnung z. B. Leistungsausschlüsse beachtet werden, sind diese Informationen über einen Extrabutton abrufbar. Der Leistungsrechner zeigt an, wie die verschiedenen Leis­tungen bewertet werden. Punktzahl, Einfach-, mittle­rer Standard- und Höchst­satz können mit Hilfe eines Drehrades ermittelt werden. Über eine Filterfunktion kann die Suche auf einzelne Fachgebiete eingeschränkt und häufig nachgeschlagene Leistungsziffern können in einer Favoritenliste für den schnellen Direktzugriff abge­legt werden.

Herunterladen kann man sich die App unter www.pvs.de/igoae-app. ID

Nach oben

STEIGERUNGSSATZ: Beihilfe darf Gebühren nicht einfach kürzen

(aus Arzt & Wirtschaft 03/2012)

Kürzt die Beihilfe ärztliche Gebühren auf den 2,3-fachen Satz ohne eine Fach-Expertise einzuholen, ist dies zumindest fahrlässige Amtspflichtverletzung" entnimmt A&W-Autor Florian Bogner jüngster BGH-Rechtsprechung.

Schluss mit der Willkür der BeihilfesteIlen mit Arztrechnungen und deren Steigerungssätzen: Undifferenziert und ohne Fach-Expertise vorgenommene Begrenzungen sind Amtspflichtverletzungen (BGH, III ZR 231/10), die Schadenersatz rechtfertigen. Im betreffenden Fall hatte ein Lehrer eine Privatrechnung über 6.819 Euro für seinen Sohn eingereicht. Die Beihilfe erstattete bei den einzeln begründeten Positionen jeweils nur den 2,3-fachen Satz. Es handle sich bei den erhöhten Steigerungsfaktoren nicht um "individuell patientenbezogene" Begründungen, argumentierte die Beihilfe. Der Lehrer klagte beim Verwaltungsgericht Lüneburg, der Arzt seinerseits gegen den Patienten vor dem Amtsgericht Hannover auf Zahlung des ausstehenden Rechnungsbetrags.

Nach Sachverständigengutachten erkannten die Verwaltungsrichter die erhöhten Steigerungsfaktoren an und verurteilten den Patienten zur Zahlung des Differenzbetrages plus Zinsen, Die BeihilfesteIle beglich daraufhin die Differenz und das Gericht nannte die Bescheide der BeihilfesteIle auf Basis des Amtsgerichtsurteils "rechtswidrig", so dass der Lehrer seinen Dienstherrn auf Erstattung seiner im Zivilprozess entstandenen Auslagen verklagte. Das OLG Oldenburg schließlich gab dem Lehrer Recht. Das beklagte Land Niedersachsen strebte nun eine Revision des OLG-Urteils durch den Bundesgerichtshof an. Der allerdings wies die Revision zurück und formulierte folgenden Leitsatz: "Wird bei der Festsetzung der Beihilfe die Überschreitung des Schwellenwertes (2,3-facher Gebührensatz) rechtswidrig und schuldhaft nicht anerkannt, und lässt sich daraufhin der den Antrag stellende Beamte wegen der bei ihm durch diese Entscheidung hervorgerufenen begründeten Zweifel an der Richtigkeit der Rechnungsstellung auf einen Zivilrechts streit mit dem behandelnden Arzt ein, sind ihm die im Falle des Unterliegens entstehenden Kosten zu ersetzen".

A&W-Kompakt

So begründen Sie den 3,5-fachen Steigerungssatz (Auswahl)

  • Schwierige Differenzialdiagnostik oder -therapie
  • Schwere der Grunderkrankung Multimorbidität, besser: Erschwernis bei Begleiterkrankung(en)
  • Unzeit, wenn kein Zuschlag berechnet werden kann

Nach oben

Analog-Verwendung der Ziffer 33 (1-fach 17,49 €)

Bisher findet sich in den von der Ärztekammer vorgeschlagenen Listen der Analogziffern keine "Verwendung" der Ziffer 33 diesbezüglich, auch nicht bei der PVS. Somit bleibt diese Ziffer der Schulung der Diabetiker vorbehalten. Dies hat meistens zur Folge, dass die meisten Kostenerstatter eine Anerkennung bspw. bei anderen "Schulungen" bei Einzelpersonen verweigern (z.B. bei Marcumarisierung, allgemeine Ernährungsberatung, Änderung von ausführlichen Therapieplänen, usw.). Allerdings bleibt dennoch jedem von uns erlaubt nach § 6 Absatz 2 GOÄ selbst Analogziffern anzusetzen, auch ohne Empfehlung von "oben" (BÄK). Das verlangt dann aber ausführlichere Begründungstexte und nicht einfach nur die Kennzeichnung mit A. Aus den Diagnosen können sich solche Texte bereits ergeben, bspw. bei Hyperurikämie individuelle Ernährungsberatung wegen Auftreten von Komplikationen, Zeitdauer 25 min. oder bei der Blutverdünnung: "ausführliche Erörterung eines äußerst schwierig einzustellenden Marcumar-Blutspiegels, unter Erörterung der Ernährungsgewohnheiten, besonderer Komplikationsgefahren (Stürzte bei rezidivierendem Schwindel)" usw.

Es sollten mindestens 2-3 Sätze aufgeführt werden, die den – neben sonstigen Beratungen – Zeitaufwand von über 20 Minuten rechtfertigt.

Nach oben

Beratung nach GOÄ Nr. 1: Beliebig oft neben Labor abrechenbar?

Dr. Hans-Dieter Schimnitz, Facharzt für Allgemeinmedizin, Augsburg: Meines Wissens darf pro Behandlungsfall die GOÄ-Ziffer 1 nur einmal neben Sonderleistungen, aber beliebig oft neben Laborleistungen abgerechnet werden. Ist das korrekt?

Dr. Gerhard Bawidamann, Facharzt für Allgemeinmedizin, Nittendorf:

Die Allgemeinen Bestimmungen der GOÄ zum Kapitel B legen eindeutig fest, dass die Ziffer 1 im Behandlungsfall nur einmal neben Leistungen nach den Kapiteln C bis O berechnungsfähig sind.

Damit sind die Laborleistungen (Kapitel M) in diesen Ausschluss eingeschlossen.

Normalerweise werden aber bei einem Kontakt mit dem Patienten die Beratung und Laborleistungen abgerechnet und die Ergebnisse frühestens am anderen Tag besprochen. Dann ist es wieder möglich, die Beratung nach GOÄ Nr. 1 oder sogar nach der GOÄ Nr. 3 (mindestens 10 Minuten) abzurechnen. Und da der Beratungsfall hier einen Monat beträgt, fallen Labor-Kontrollen nicht allzu häufig im gleichen Behandlungsfall an.

Und auch in diesem Fall wird die Beratung üblicherweise am Tag nach der Laborkontrolle durchgeführt. Damit ist auch hier die Beratung wieder abrechenbar, sodass es hier keine Probleme geben dürfte.

Nach oben

PKV will Tarif für Nichtzahler

Ärzte Zeitung, 08.03.2012

Notfallversorgung für 100 Euro pro Monat – so könnte ein neuer Tarif für Privatversicherte aussehen, die ihre Beiträge nicht zahlen.

Dafür hat sich der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) bei einem Expertengespräch im Gesundheitsausschuss eingesetzt, heißt es in der Mitteilung des Bundestages.

Man habe die Details aus den Medien erfahren und könne sie weder bestätigen noch dementieren, sagte dazu ein Verbandssprecher der "Ärzte Zeitung". Die 144.000 Nichtzahler in der PKV haben 550 Millionen Euro Rückstände angehäuft.

Aufgrund der seit 2008 geltenden Versicherungspflicht können Nichtzahler nur noch in den Basistarif abgestuft werden. Die Verbraucherzentrale Bundesverband hält einen Nichtzahlertarif grundsätzlich für sinnvoll.

Entschuldung nach Wohlverhaltensphase

Das Überschuldungsproblem bei den Betroffenen lasse sich damit aber nicht lösen. Der Verband plädierte dafür, den Betroffenen nach einer "Wohlverhaltensphase" eine Entschuldung zu ermöglichen.

Unklar ist bisher, welche Leistungen der Nichtzahlertarif umfassen soll. Möglich sei es, sich am Versorgungsniveau im Asylbewerber-Leistungsgesetz zu orientieren, sagte der Verbandssprecher.

Im Einzelfall komme es auf die medizinische Notwendigkeit an, zum Beispiel bei chronisch kranken Patienten: Damit sie weiter regelmäßig ihre Medikamente erhalten, müssten Ärzte den akuten Notfall in der Verordnung deutlich machen, so der Sprecher.

Derzeit verhandele die PKV unter anderem mit dem Finanz- und Justizministerium über Details eines solchen Tarifs, hieß es.

Nach oben

Apps im Gesundheitswesen: Notfall-Medizin-App von Ärzten für Ärzte

Bei einem Notfall brauchen Ärzte vor Ort oft schnell Informationen, etwa zu Medikamenten. Die Notfall-Medizin-App hilft Ärzten vor Ort weiter.

Notärzte oder Ärzte im Bereitschaftsdienst haben immer wieder mit Ausnahmesituationen – etwa einem Blitzunfall oder Drogenmissbrauch zu tun. Aber auch bei Notfällen, die sich einigermaßen trainieren lassen, wie bei einem Herzinfarkt, kann es hilfreich sein, wenn sich der Arzt vor Ort schnell Informationen beschaffen kann, die er für die Behandlung des Patienten braucht.

Aus diesem Grund hat ein Internist und Notarzt mit seinem Sohn, ebenfalls Mediziner, eine Notfall-Medizin-App für das iPhone oder iPad entwickelt. Diese App erklärt Notfallmaßnahmen Schritt für Schritt und enthält über 200 Notfälle, Abbildungen, Algorithmen sowie klinische Fotos.

Von A wie Abdomen bis Z wie Zyankali-Vergiftung finden Nutzer im Menüpunkt "Notfälle A-Z" Definitionen und Ursachen zu Notfällen, außerdem werden die Symptome und die Therapiemöglichkeiten erklärt. Die App gibt klare und konkrete Handlungshinweise, etwa zur Lagerung des Patienten und verlinkt auf notfallrelevante Medikamente.

Die wichtigsten Notfallmaßnahmen in alphabetischer Reihenfolge

Im Kapitel "Notfallmaßnahmen" werden die wichtigsten notfallmedizinischen Handlungsabläufe in alphabetischer Reihenfolge dargestellt, meist mit einem Foto oder einer Abbildung. Außerdem wird die Technik erklärt. Zum Beispiel unter dem Punkt "Atemwege freimachen", wird das Überstrecken des Kopfes oder der Esmarch-Handgriff erläutert und in Abbildungen dargestellt.

Notfall-Medizin
Preis: 9,99 Euro
Speicherplatz: 51,1 MB
Sprache: Deutsch, Englisch
Anforderung: kompatibel mit iPhone, iPod touch und iPad. Erfordert iOS 4.0 oder neuer.

Unter dem Menüpunkt "Medikamente" sind alle notfallmedizinisch relevanten Arzneien aufgeführt. Hier können Ärzte einen schnellen Zugriff auf alle Infos über Wirkungen, Nebenwirkungen, Dosierung und Kontraindikationen erhalten.

Die Notfall-Medizin-App ist für Ärzte, Notärzte, Rettungsassistenten und-sanitäter sowie für Bereitschaften und fortgebildete Ersthelfer gedacht, die mit der App alle Informationen bekommen, die sie direkt am Patienten benötigen.

Zudem können die Nutzer mithelfen die App zu verbessern. Ergänzungen und Verbesserungsvorschläge werden geprüft und in der nächsten Version integriert.

Nach oben

Springer Medizin erweitert Online-Angebot für Ärzte: eMed – der Zugang zur digitalen Welt

Ärzte Zeitung, 23.02.2012

Aktuelle Nachrichten aus Medizin und Gesundheitspolitik, Informationen für Patienten und eine neue Online-Fortbildung – das bietet Springer Medizin jetzt für Ärzte. Und noch viel mehr!

NEU-ISENBURG(ger/nas). Die Recherche im Web ist für die Mehrheit der Ärzte inzwischen etwas Alltägliches. Die Kommunikation der Ärzte untereinander und mit ihren Patienten läuft immer häufiger online ab.

Medizinische Apps, moderne Tablet-PC wie das iPad von Apple und Smartphones verändern nicht nur das Privatleben, sondern auch den Berufsalltag der Ärzte.

Medizinische Fachverlage begleiten und unterstützen diese Entwicklung maßgeblich. Immer mehr werden ihre Inhalte über das Internet gesucht.

Springer Medizin, einer der führenden Fachverlage für Ärzte im deutschsprachigen Raum, zu dem auch die "Ärzte Zeitung" gehört, bündelt im Zuge dieser Entwicklung alle seine Angebote für Ärzte unter www.springermedizin.de.

Unter dem Motto: "Zeit, umzudenken!" bietet Springer Medizin das neue Online-Paket e.Med an – als Universalzugang zu allem, was für den Alltag hilfreich und notwendig ist.

Sei es die Recherchemöglichkeit in allen nationalen und internationalen medizinischen Fachzeitschriften von Springer oder Fortbildung mit interaktiven e-Learning-Modulen. Damit wird e.Med der Zugang zur digitalen Welt von Springer Medizin.

Für Ärzte relevant, praktisch und aus einer Hand

"Dafür haben wir in den letzten Monaten hart gearbeitet und gemeinsam mit Fachgesellschaften, Ärzten und Patienten Angebote entwickelt, die für Ärzte relevant, praktisch und vor allem aus einer Hand sind – in der expertengeprüften Qualität, wie es unsere Kunden von Springer-Medizin-Produkten kennen", erläutert Harm van Maanen, Executive Vice President von Springer Medizin im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung".

"Wenn man den Anspruch hat, das Fachportal für Ärzte zu sein, dann müssen alle Inhalte über einen Zugang erreichbar sein", betont van Maanen.

Bisher bestellten Ärzte ihre Zeitschriften bei Springer Medizin online oder per Postkarte, wichtige Patienteninformationen würden zum Teil noch per Fax über die "Ärzte Zeitung" abgerufen, und CME-Punkte seien zuletzt immer noch auf zwei Fortbildungsportalen gesammelt worden. "Das ist einfach nicht mehr zeitgemäß", sagt van Maanen.

e.Med – das neue Wissens- und Servicepaket ist nun die Antwort von Springer Medizin auf die Bedürfnisse der Ärzte – seien es Allgemeinmediziner, niedergelassene Fachärzte oder Kliniker.

"Uns ist bewusst, dass nicht jeder Baustein unseres Online-Pakets für jeden Arzt gleich wichtig ist", sagt der Verlagschef. Doch der jederzeit und an jedem Ort mögliche Universalzugang zu allen Bausteinen ermögliche eine flexible und individuelle Nutzung des breiten Angebots – "und das zu einem höchst attraktiven Preis", so van Maanen.

Angebote können einzeln am Markt bestehen

Jedes einzelne Angebot aus dem e.Med-Paket ist so kalkuliert, dass es schon für sich allein am Markt bestehen kann: "Nehmen Sie zum Beispiel unseren Website-Baukasten für niedergelassene Ärzte.

Damit können wir Ärzten für ihre Arzt-Homepage kontinuierlich geprüfte Informationen als aktuelle Meldungen für Patienten anbieten und spielen doch im Vergleich mit anderen bekannten Do-it-yourself-Angeboten preislich in einer Liga.

Und da sind die anderen nützlichen Komponenten von e.Med noch nicht berücksichtigt", betont van Maanen.

Für den Preis von 24,95 Euro im Monat stehe Ärzten mit e.Med außerdem der Online-Zugriff auf die wissenschaftliche Online- Bibliothek SpringerLink, auf alle deutschsprachigen medizinischen Zeitschriften und auch auf alle Fortbildungsmodule von Springer Medizin zur Verfügung.

Springer Medizin verfügt tatsächlich bereits heute über das umfangreichste Fortbildungsangebot für Ärzte in Deutschland. Allein im Jahr 2011 haben über 50 000 Ärzte mehr als 500 000 CME-Module erfolgreich abgeschlossen.

Alle CME-Module sind zertifiziert (für Deutschland und Österreich) und werden von renommierten Experten entwickelt. Die neue Springer Medizin e.Akademie bündelt nun alle Fortbildungsangebote unter einem Dach:

Neue Online-Fortbildung begeistert

"Noch ist unsere neue e.Akademie nicht komplett finalisiert, aber wir arbeiten fieberhaft daran. Jeder, der bisher unsere neuen interaktiven e-Learning-Module gesehen und getestet hat, ist von den neuen Möglichkeiten begeistert."

Die neuen Module, die in einem Pilotprojekt mit der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) entstanden sind, können bereits vor dem Start der e.Akademie getestet und erlebt werden. Sie werden in Kürze freigeschaltet.

Harm van Maanen hat die Arbeiten an den neuen Modulen Schritt für Schritt verfolgt: "Das war für alle Beteiligten eine Herausforderung. Die Didaktik der neuen e-Learning-Formen ist komplett anders als bei den klassischen CME-Beiträgen.

Experten aus allen Bereichen arbeiten hier Hand in Hand, um einen Online-Kurs zu erstellen, der auch nach 60 Minuten noch Vergnügen macht. Aber die Arbeit hat sich gelohnt!"

Als Ergänzung zum Online-Paket können e.Med Nutzer eine von 80 Print-Zeitschriften auswählen. "Natürlich wollen wir unsere Kunden nicht dazu zwingen, ihre Zeitschrift nur noch online zu lesen," erklärt Harm van Maanen.
"Jeder e.Med-Nutzer hat daher die Möglichkeit, zu seinem Online-Abo auch eine Printzeitschrift dazu zu bestellen – er muss es aber nicht!"

Um dem Anspruch "springermedizin.de – Das Fachportal für Ärzte" in Zukunft noch mehr gerecht zu werden, werden die Komponenten, die über den e.Med-Zugang verfügbar sind, kontinuierlich weiterentwickelt.

Nach oben

Privatpraxis abzugeben!

Exklusive, etablierte Privatpraxis für Allgemeinmedizin am Westrand von Köln.

Privatärztliche Kollegen und Fachgebiete direkt benachbart, Parkplätze, S-Bahn, hochwertiges Neubaugebiet in der Nähe

Dr. Michael Feld
Facharzt für Allgemeinmedizin
Augustinusstraße 15
50226 Frechen-Königsdorf
Tel. 02234-2052311
frechen(at)dr-michael-feld.de

Nach oben

Buch-Empfehlungen

1. Nach unserem Schwerpunkt-Thema 2012 (Möglichkeiten der Praxis-Außen-Darstellung usw.) empfehlen wir zur Vertiefung des Themas aus dem Springer-Verlag von Alexandra Schramm das Buch:

Online-Marketing für die erfolgreiche Arztpraxis
2012, 180 Seiten, 10 Abb., Hardcover
ISBN: 978-3-642-25146-7
39,95 €

2. Da wir wohl noch eine ganze Zeitlang mit der "alten" GOÄ leben müssen/dürfen, eine sehr gute Kommentar-Aktualisierung

GOÄ 2012: Gebührenordnung für Ärzte – Kommentare, Analoge Bewertungen, Abrechnungstipps, Anmerkungen und Beschlüsse der BÄK, IGeL
(Erfolgskonzepte Praxis- & Krankenhaus-Management)
Dr. med. Peter M. Hermanns
2012, 6. Auflage, 696 Seiten, Taschenbuch
ISBN 978-3-642-25763-6
69,95 €

3. Und wegen zunehmender Aktualität (allein schon aufgrund der Alters-"Pyramide" und der neuen Gesetzgebung bzgl. Patientenverfügung) aus dem Herbig-Verlag

Demenz
Der Ratgeber für Patienten und Angehörige
Verstehen, Therapieren, Begleiten

Prof. Dr. med. Dr. rer. soc. Frank Schneider
2012, 1. Auflage, 192 Seiten Broschiert
ISBN: 978-3-7766-2688-9
16,99 €

Nach oben

Ankündigung Fortbildung

Am 10.11.2012 findet unsere Spätjahres-Veranstaltung statt.

Veranstaltungsort: Le Meridien Parkhotel, Wiesenhüttenplatz 28-38, 60329 Frankfurt
Datum: 10.11.2012
Uhrzeit: 13.00 - 18.00 Uhr
Mitglieder kostenlos; Nichtmitglieder 125,00 €

Nach oben

PS.: Wir dürfen darauf hinweisen, dass im WEB nur eine deutlich verkürzte Version unserer "Privatärztlichen Praxis aktuell" veröffentlicht werden kann. Die komplette Fassung steht nur Mitgliedern des PBV zur Verfügung (im Jahresbeitrag von 125,00 € sind 6 Ausgaben enthalten)

Die Vorstandschaft

Nach oben

 
Privatärztlicher Bundesverband • Dreisamstraße 1 • 76337 Waldbronn • Telefon 07243-715363