Privatärztliche Praxis
Ausgabe 1/2019

Die neue GOÄ kommt schleppend voran


Derzeit wird die GOÄ z. B. von externen Fachdienstleistern wie das Baseler Unternehmen Prime Networks unter Leitung von Dr. Wolfgang Popp bearbeitet. Insgesamt sind 245 Experten beschäftigt, eine „vernünftige“ Gebührenordnung zu gestalten. So soll beispielsweise Schluss sein mit technischen Leistungsausschlüssen, wenn zugleich zeitlich aufwendige Gespräche notwendig werden.

Steuerungsinstrumente sind notwendig
Letztendlich bleibt festzustellen, dass es DAS Ver-gütungsmodell nicht gibt. Die Verantwortlichen versuchen zwischen Fallpauschalen, Einzelleistungsvergütungen und ähnlichen Modellen zu jonglieren. Daher sind bei diesen schier unendli-chen medizinischen Optionen Steuerungsinstrumente wichtig. So geht es nach Angaben von Experten speziell im jetzigen privaten Sektor um Regelungen für die Einbindung von PKV und BÄK, aber auch um die Klinikärzte als Konsentierungs-partner.

Hier müsse der Politik klargemacht werden, dass das bisherige subsidiäre Nebeneinander zwischen EBM und GOÄ innerhalb der 150.000 niedergelassenen Ärzten akzeptabel sei.
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Nr.15 GOÄ bei chronisch Kranken nicht vergessen

Der Ansatz der Nr. 15 GOÄ ist insbesondere in der hausärztlichen Versorgung häufig möglich. Bei Tumorpatienten, Patienten mit einer Demenz, nach Schlaganfall oder bei psychischen Erkrankungen ist in der Regel die „Einleitung und Koordination flankierender therapeutischer und sozialer Maßnahmen während der kontinuierlichen ambulanten Betreuung eines chronisch Kranken" erforderlich. In der Begründung zur GOÄ wird die Nr. 15 deshalb auch als adäquate Honorierung der hausärztlichen Koordinierungsfunktion zur ambulanten Behandlung chronisch Kranker definiert.

Die Einleitung und Koordination flankierender therapeutischer und sozialer Maßnahmen setzt eine im hausärztlichen Bereich typische Versorgung voraus. Deswegen darf man die Leistung auch nur einmal im Kalenderjahr berechnen. Ausgeschlossen ist in gleicher Sitzung lediglich die Nr.4 GOÄ (Fremdanamnese).
Formal ist die Einschränkung auf „einmal im Kalenderjahr" aber lediglich eine Abrechnungsbestimmung. Theoretisch ist eine Berechnung am Jahresende und mit Beginn des neuen Jahres erneut möglich, etwa wenn der Patient wegen Verlegung in ein entferntes Pflegeheim wegzieht oder stirbt.
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GKV besser als PKV?

 

Wenn schon die letzte Bundestagswahl erneut eine Bürgerversicherung nicht ermöglicht hat (und merkwürdige Kommissionen eruieren sollen, ob eine Zusammenführung der beiden Systeme sinnvoll sind), die Grünen arbeiten weiter daran. Zuletzt haben sie eine Studie in Auftrag gegeben, die zu dem Schluss kam: Top-Tarife der PKV haben viele Lücken (Medical Tribune 18.1.2019). Gesetzliche Kassen würden den Leistungsvergleich gewinnen und die PKV sei nur "zweitklassig"! ... mehr im PDF

 

Steigerungen in der GOÄ immer begründen

Zunehmend lehnen einige private Krankenversicherer Kostenübernahmen mit der Begründung ab, es handele sich nicht um eine medizinisch notwendige Leistung. Darüber hat aber nicht die Kasse zu entscheiden. Ein Arzt sollte sich nicht verunsichern lassen, wenn eine Krankenversicherung die Privatrechnung mit dem Grund ablehnt, die Leistung sei medizinisch nicht notwendig gewesen, erklärt Dr. Conrad Singe auf einem GOÄ-Abrechnungsworkshop im Rahmen des Tages der Privatmedizin.  ... mehr im PDF

Häufig eingesetzte Testverfahren bei Depressionen


In der GOÄ sind mit den Nrn. 855 bis 857 die Testverfahren nicht nach der heutigen Systematik angeführt. Trotzdem muss man die „Spielregeln“ dieser GOÄ-Nummern kennen, um durchgeführte Tests richtig abrechnen zu können.
Nr. 856 GOÄ: „Anwendung und Auswertung standardisierter Intelligenz- und Entwicklungstests (Staffeltests oder HAWIE(K), IST/Amthauer, Bühler-Hetzer etc.) mit schriftlicher Aufzeichnung, insgesamt 61 Punkte.“ Neben ... Nr. 856 sind die .... Nrn. 715 bis 718 nicht berechnungsfähig.
Nr. 857 GOÄ: „Anwendung und Auswertung orientierender Testuntersuchungen (z. B. Fragebogentest nach Eysenck, MPQ oder MPI, Raven-Test, Sceno-Test etc.), mit Ausnahme des sogenannten Lüscher-Tests, insgesamt 116 Punkte.“ Neben ... Nr. 857 sind die .... Nrn. 716 und 717 nicht berechnungsfähig. Projektive Testverfahren der Nr. 855 GOÄ kommen in der hausärztlichen Praxis bei der Behandlung depressiver Patienten kaum zur Anwendung, sie bleiben hier unberücksichtigt. ... mehr im PDF

Abrechnung: Einfach oder ausführlich?

Abrechnung  Die Gebührenordnung differenziert zwischen einfachen und ausführlichen Berichten. Doch was unterscheidet die Berichtsformen und wann können Berichte als eigenständige Leistungen abgerechnet werden? Ein tiefer Blick in die GOÄ sorgt für Klarheit.

Die Anforderungen an die unterschiedlichen Berichte ist der Leistungslegende der GOÄ-Ziffern Abschnitts B VI „Berichte, Briefe“ einschließlich der Anmerkungen sowie den Allgemeinen Bestimmungen des Abschnitt M, 1., Satz 2 und Abschnitts O, Satz 3 zu entnehmen.
Eine Befundmitteilung oder ein einfacher Befundbericht sind mit der Gebühr für die zugrunde liegende Leistung abgegolten. Ein Analogabgriff mit der Ziffer 70 oder 75 GOÄ ist nicht erlaubt.
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Datenschutzartikel der PVS: Praxismanagement Verwundbar

Cyberkriminalität, keiner redet gern darüber: Über die Gefahren, die für Mediziner im Netz lauern – über Angreifer, die Patientendaten abgreifen oder Medizintechnik manipulieren wollen. Doch erste Zahlen zeigen: Die Bedrohung ist real. Die Forderung von IT-Sicherheitsexperten an die Gesundheitswirtschaft lautet: Überwindet Eure Apathie

Hier stimmt etwas nicht. Das wird wohl der erste Gedanke sein, wenn es die eigene Praxis erwischt: Der Rechner ließ sich gerade noch normal hochfahren, die Anmeldung im System klappte – routinierte EDV-Schritte, täglich derselbe Ablauf. Doch plötzlich lassen sich einzelne Dateien nicht öffnen. Nicht die Arztbriefe und Abrechnungen, nicht die Terminverwaltung, nicht die Ultraschallbilder der Patientin, die gleich den ersten Termin des Tages hat. Man klickt noch etwas herum, zunehmend hilfloser und misstrauischer, am Ende dann schließlich dieser Gedanke: Nein, hier stimmt etwas nicht. Dann öffnet sich ein Fenster, die Nachricht eines Unbekannten: Er sei bereit, einen Code herauszugeben, mit dem sich der Zugriff auf die Dateien und Bilder wiederherstellen lasse. Doch unter einer Bedingung: Er will Geld.

„Die Cybercrime-Industrie wirkt wie eine Welt fernab unseres Alltags. Wir müssen diese Apathie überwinden.“

Patientendaten in Geiselhaft
Was ein wenig nach einem abgehalfterten Krimi klingt, nach Science-Fiction vielleicht auch, ist in vereinzelten Arztpraxen, so etwa in Bonn, bereits Realität geworden: Sie sind Opfer von Hackern geworden. Die Computerwelt hat einen Fachbegriff für das, was sich der Mediziner da unbemerkt in sein EDV-System geholt hat: „Ransomware“.
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Gesundheitstelematik – steuerliche Behandlung

Die Einführung der digitalen Infrastruktur im Gesundheitswesen wird für die Krankenkassen teurer als bisher gedacht. Der Hintergrund ist, dass die Preise wider Erwarten nicht sinken, da es mit der CompuGroup bislang nur einen Anbieter gibt. In welchem Umfang können Ärzte die anfallenden Beschaffungskosten von der Steuer absetzen?

Die Krankenkassen müssen den Ärzten die Kosten für die Geräte zzgl. Anschlüsse erstatten. Bislang sollten pro Gerät 720 Euro erstattet werden. Nunmehr wurde in einem Schiedsgerichtsverfahren entschieden, dass der Konnektor, der die Praxissoftware mit dem Internet verbinden soll, mit 1.719 Euro erstattet werden soll, und zwar für das dritte Quartal 2018. Zu Beginn des vierten Quartals sinkt der Erstattungsbetrag auf 1.547 Euro. Gehofft wird, dass in den kommenden Monaten die Kosten aufgrund mehrerer Anbieter sinken.
Zwischenzeitlich hat sich auch tatsächlich ein weiterer Anbieter gefunden: Neben dem Softwarehersteller CompuGroup bietet nun auch die IT-Tochter der Deutschen Telekom, T-Systems, funktionsfähige Konnektoren an.
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Praxisfinanzen: Ein Rettungsschirm für alle Fälle

Wer als Arzt das Abenteuer eigene Praxis wagt, sollte seine wirtschaftliche Existenz nicht fahrlässig aufs Spiel setzen. Neben Pflichtversicherungen, wie etwa der Berufshaftpflichtversicherung, gibt es einige weitere, die für niedergelassene Ärzte ein absolutes Muss darstellen. Eins haben sie alle gemeinsam: Sie decken die existenzbedrohenden Bereiche ab.

Auch dem besten Mediziner unterlaufen Fehler. Diese können nicht nur für Patienten gravierende Konsequenzen haben, sondern auch für den Arzt sehr kostspielig werden. Denn ein Behandlungsfehler mit Spätfolgen kann zu lebenslangen Zahlungen verpflichten. „Gleichgültig ob Zahnarzt oder hochspezialisierter Onkologe können so Multimillionen-Szenarien entstehen“, gibt Roland Wehn, Filialdirektor bei der Deutschen Ärzteversicherung, zu bedenken. „Und Ärzte haften nun einmal vollumfänglich mit ihrem Privatvermögen, nicht nur für die eigenen Fehler, sondern auch für die ihrer angestellten Mitarbeiter.“ Das Thema Versicherungen sei deshalb unabdingbarer Teil des allgemeinen Risikomanagements in einer Arztpraxis.
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Der PKV-Wettbewerb startet in eine neue Runde

 

Den „stillen Helden“ der Pflege ein Gesicht geben: Vom 15. Januar bis zum 30. April 2019 können Patienten und deren Angehörige ihre Favoriten für die Wahl zu „Deutschlands beliebtesten Pflegeprofis“ vorschlagen. Auch Kolleginnen und Kollegen dürfen auf der Website www.deutschlands-pflegeprofis.de engagierte Profis oder ganze Teams für den Wettbewerb nominieren.
Nach dem Ende der Nominierung startet mit der Online-Abstimmung die heiße Phase des Wettbewerbs. Vom 1. Mai bis 15. Juni können alle Bürgerinnen und Bürger zunächst über die beliebtesten Pflegeprofis der 16 Bundesländer entscheiden. In der zweiten Runde werden dann die Bundessieger gewählt.

Alle Gewinner treffen sich am 21. November 2019 zur Galaveranstaltung im Berliner Reichstagsgebäude. Dort erhalten „Deutschlands beliebteste Pflegeprofis“ ihre Auszeichnung aus den Händen von Staatssekretär Andreas Westerfellhaus, Pflegebevollmächtigter der Bundesregierung und Schirmherr des Wettbewerbs. ... mehr im PDF

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