Privatärztliche Praxis
Ausgabe 1/2020

Kommt sie oder kommt sie nicht – die neue GOÄ?

Die GroKo ist mit der neuen Führungsspitze der SPD nicht unbedingt handlungsfähiger geworden.

 

Die Weichen für eine Umsetzung der fix und fertigen neuen GOÄ sind gestellt, können aber nicht umgesetzt werden. Die Auseinandersetzung mit verschiedenen Kostenerstattern werden uns auch 2020 erhalten bleiben. "Mit der „Frankfurter Erklärung“ haben die Ärzte nochmals signalisiert wie wichtig Ihnen duales System und neue GOÄ sind. Derweil werden an anderer Stelle die Karten neu gemischt. Die neue SPD-Spitze könnte das Ende der GroKo schneller besiegeln als bisher gedacht. Neuwahlen zum Bundestag wären am Ende vielleicht nicht einmal das Schlechteste für die neue GOÄ", so Hauke Gerlof von der ÄrzteZeitung in seiner Einschätzung vom 2. 12. 19 in seinem Kommentar nach dem Tag der Privatmedizin. Derweil hat in dieser Woche die "Kommission", die eine mögliche Zusammenlegung von EBM und GOÄ prüfen sollte, ihr "Ergebnis" dem BGM vorgelegt. Eine Offenlegung derselben war zunächst nicht zwingend vorgesehen, wie immer man das interpretieren möchte. Am 28. 1. 2020 war es dann doch soweit, und positiv überraschend zugleich:


Es ist nicht vorgesehen, die beiden Systeme zusammen zu legen, sondern jedes für sich sollte reformiert werden! Welche Auswirkungen dies nun für die Privatmedizin haben kann, hängt an der Interpretationsmöglichkeit für die Politiker. So ist es den Playern im Gesundheitswesen durchaus immer noch zuzutrauen, dass sie die enorme Arbeit, die die Ärzteschaft in die Ausarbeitung der neuen GOÄ investiert hat, beiseite wischen, ständig versehen auch mit den Kommentaren "das kann man mit der SPD sowieso nicht machen"; von einer anderen GroKo (bestehend aus Grünen und CDU, oder Jamaika) können wir auch keine Wunder erwarten bzgl. der Fortentwicklung einer notwendigen Abrechnungsgrundlage, also bleibt uns derzeit nur der Weg, den wir dynamisch weiter verfolgen: viele andere Ärzteverbände hinter uns zu versammeln, um den Protest gegen diese Passivität der Politiker voranzutreiben. So werden wir Anfang Februar auf Basis unserer „Frankfurter Erklärung“ den "gebündelten Protest" höchstpersönlich dem Bundesgesundheitsminister überreichen.

 

GOÄ-Ratgeber | Zur Abrechnung der ärztlichen Leichenschau ab 1. Januar 2020


Mit der Neuregelung der Vergütung der ärztlichen Leichenschau ab 1. Januar 2020 (siehe auch Deutsches Ärzteblatt vom 15. November 2019, Seiten A 2124-25 und A 2155) erreichen die Landesärztekammern Fragen zur korrekten Abrechnung dieser Leistung.

 

Die meisten Fragen betreffen den Unterschied zwischen einer vorläufigen Leichenschau gemäß der neuen Nr. 100 GOÄ und einer eingehenden Leichenschau gemäß der Nr. 101 GOÄ. Im Gegensatz zur mit der neuen Nr. 100 GOÄ vergüteten„ Untersuchung eines Toten und Ausstellung einer vorläufigen Todesbescheinigung gemäß landesrechtlicher Bestimmungen ..." umfasst die mit der Nr. 101 GOÄ berechnungsfähige „Eingehende Untersuchung eines Toten und Ausstellung einer Todesbescheinigung, einschließlich Angaben zu Todesart und Todesursache gemäß landesrechtlicher Bestimmungen, gegebenenfalls einschließlich Aktenstudium und Einholung von Auskünften bei Angehörigen, vorbehandelnden Ärzten, Krankenhäusern und Pflegediensten (Dauer mindestens 40 Minuten), gegebenenfalls einschließlich Aufsuchen (eingehende Leichenschau ...)" immer die Angaben zur Todesart und Todesursache.


Aus der Begründung des Verordnungsgebers zur Implementierung einer Gebührenposition für eine vorläufige Leichenschau ergibt sich, dass dieser davon ausgeht, dass insbesondere im organisierten Bereitschafts- und Rettungsdienst aufgrund des Vorrangs der Patientenversorgung häufig aus zeitlichen Gründen nur eine vorläufige Leichenschau erfolgen kann.
Des Weiteren wird häufiger gefragt, ob die Zeit für das Aufsuchen der Leiche in der Mindestdauer von 40 Minuten nach der Nr. 101 GOÄ bzw. in der Mindestdauer von 20 Minuten nach der neuen Nr. 100 GOÄ enthalten ist.
Aus dem zweiten Satz der Leistungslegende der Nr. 101 GOÄ „Dauert die Leistung nach Nummer 101 weniger als 40 Minuten (ohne Aufsuchen), mindestens aber 20 Minuten (ohne Aufsuchen), sind 60 Prozent der Gebühr berechnungsfähig." Ergibt sich, dass die Zeit für das Aufsuchen des Toten nicht in der im ersten Satz der Leistungslegende (siehe oben) der Nr. 101 GOÄ aufgeführten Mindestdauer von 40 Minuten für die eingehende Leichenschau enthalten ist. Gleiches gilt entsprechend für die neue Nr. 100 GOÄ mit der zu dieser in der Verordnung aufgeführten Mindestdauer von 20 Minuten.   

Dr. med. Stefan Gorlas
(Quelle „Aus „Der Hausarzt“ 01/2020“), mehr zu diesem Themenbereich im PDF

 

Private Krankenversicherer haben Oberwasser

 

... tituliert die FAZ am 13.Januar 2020. "Gesetzliche Krankenkassen verlieren immer mehr Kunden an die Konkurrenz/ Furcht vor Leistungskürzungen", geht es weiter. "Jahrelang haben sie mehr Versicherte an die gesetzlichen Krankenversicherungen verloren, als sie von diesen hinzugewannen. Diese Abwanderung ist jetzt gestoppt." Sechs Jahre lang war das so, jetzt im zweiten Jahr umgekehrt, sagt Verbandsdirektor Florian Reuther (mit dem die Vorstandschaft des PBV gute Beziehungen unterhält). Er verwies darauf, dass jedes Jahr ca. 300.000 Versicherte das Lager wechselten, das belege einen funktionierenden Wettbewerb. "Er erklärt sich die wieder wachsende Attraktivität der Privaten damit, dass sie ihre Leistungen individuell zuschnitten und dass die Finanzierung zukunftsfest sei. Indirekt sprach er damit die schwierige Finanzlage der GKV an, die die erste Unterdeckung seit vier Jahren zu verkraften habe" , so die FAZ. Allerdings säßen sie noch auf Reserven von über 21 Milliarden ... mehr im PDF
(Quelle „FAZ vom 13. Januar 2020)

Optimierung vieler Praxiswebseiten ist dringend erforderlich!

 

Es muss festgestellt werden, dass jede dritte Ärzte-Website immer noch nicht DSGVO-konform ist. Krankengeschichten sollten anonymisiert werden, Vorher/Nachher Darstellungen sind nach wie vor verboten. Bei vielen Websites benötigt man zu viele Klicks, um auf die wichtigsten Punkte zu kommen. Kontakt und Sprechzeiten, auch E-Mail und Telefon sollten im einem Klick erreichbar sein.
Der Austausch mit Patienten sollte auf jeden Fall mit Verschlüsselung erfolgen (Gesundheitsdaten sind für Hacker mindestens so interessant inzwischen wie Bankdaten!). Die Menüführung ist oft nicht kompatibel mit mobilen Endgeräten, dabei möchten doch viele Patienten auch Termine von unterwegs vereinbaren; das gilt für fast die Hälfte der Websites – erstaunlicherweise.
"Da immer mehr die Sprechstunde für Suchanfragen genutzt wird, sollte bei der Suchmaschinenoptimierung auch die Sprachsuche einbezogen werden. Grundsätzlich empfiehlt sich eine ganzheitliche mobile Optimierung, die alle Bereiche einer Website berücksichtigt", so im NAV-Virchow Journal.
Vollständiger Text bei Patrick Hünemohr, Grewen Medien (Quelle „der niedergelassene Arzt 12/19“).
Mehr zu diesem Themenbereich im PDF.
Weitere Berichte, z. B. zu Social-Media-Kanäle, Passworderstellung und Steuerbegünstigung bei Praxisveräußerung lesen Sie in der PDF-Ausgabe!

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