Privatärztliche Praxis
Ausgabe 1/2021

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Save the Date / Tag der Privatmedizin / Frankfurt

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13. November 2021
www.tag-der-privatmedizin.de

 

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Ein Kongress – vier Möglichkeiten

Der Tag der Privatmedizin hält Besonderes für Sie bereit: Auf vier Bühnen erleben Sie Fachwissen, praktische Tipps und Anregungen aus den Bereichen Politik, Wirtschaft und Medizin. Dazu der Austausch miteinander und der Blick über den Tellerrand. Und das mit einem einzigartigen Fokus – Ihre privatärztliche Tätigkeit!

Wir freuen uns auf Sie.

Privatmedizin in Zeiten der Corona-Pandemie
Was kommt nach der Krise?

 

Von Dr. med. Heinz Oehl-Voss, 2. Vorsitzender des PBV
Je nach Region entwickelten sich in den vergangenen Wochen und Monaten immer weitere Divergenzen im Umgang mit der Pandemie. Sonderregelungen zu Praxismodalitäten (z. B. die Vorgabe zu Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen über längeren Zeitraum ohne direkten Patientenkontakt) werden bundesweit zurückgefahren, Klinikkapazitäten werden neu ausgerichtet. In Hotspot-Bezirken bleibt es bei restriktiven Auflagen, in weiten Teilen der Bundesrepublik kehren fast schon Normalverhältnisse zurück. Dennoch ist ein gewisser Konsens mit allen Bundesländern notwendig. Leichtsinnig wird wahrscheinlich niemand, auch wenn die wirklichen Drohszenarien (z. B. USA) weit weg zu sein scheinen.

„Private Facharztpraxen leiden mehr unter den Verlusten als Kassenpraxen.”


Unterstützung durch die PKV?

Was geschieht in einer unverschuldeten Notlage in der Privatpraxis? Falls aufgrund einer Infektion eines Mitarbeiters Quarantäne angeordnet oder sogar die Praxis geschlossen werden muss, gibt es – je nach Bundesland – verschiedene Anlaufstellen zur finanziellen Kompensation: Gesundheitsämter, Regierungsbezirke oder Landschaftsverbände sollte man kontaktieren. Entschädigt wird nach dem Steuerbescheid der Vorjahre. Zusätzlich kann man Entschädigungen für in dieser Zeit weiterlaufende Betriebsausgaben geltend machen – hierbei gibt es keine Unterschiede zu Kassenpraxen.

Die PKV beteiligt sich nicht an Hilfsprogrammen für einzelne Praxen. Dies sieht das System der Freiberuflichkeit nicht vor, auch wenn dies in einigen Ärztezeitungen zuletzt kolportiert wurde.

Hilfestellung durch private Kostenträger

In Abstimmung der BÄK mit den Kostenträgern wurde rückwirkend ab dem 10. 4. 2020 eine moderate Hilfe, die Hygiene-Pauschale GOÄ A-245, bei jedem direkten Patientenkontakt etabliert. Auch wurde, wenn direkte Kontakte nur schwer möglich sind, ein flexiblerer Einsatz der Beratungsziffer GOÄ 3 ermöglicht. Somit muss das Rad bei einer zweiten Welle nicht neu erfunden werden.

Die PKV hat mit dieser Unterstützung im ersten Halbjahr 189 Mio. Euro an niedergelassene Ärzte gegeben, mit den Kliniken zusammen ungefähr 300 Mio. Euro. Hinzukommen für die Ärzte die Beträge aus Hygienezuschlägen, die wegen Eigenbeteiligung von Versicherten gar nicht eingereicht werden. In diesem Zusammenhang öffnet die PKV für freiwillig Versicherte den Zugang zur Privatversicherung (bspw. ohne Gesundheitsprüfung, oder es wird bei Vorerkrankungen ein Risikozuschlag von höchstens 30 % erhoben). Die übliche Quersubventionierung der 6KV durch die PKV fällt zu Corona-Zeiten geringer aus, da auch Privatpatienten häufig ausbleiben (im April z. B. 33 % gegenüber dem Vorjahr). Für private Facharztpraxen fallen die Verluste größer aus als für Kassenpraxen.

„Die neue GOÄ sollte noch in dieser Legislaturperiode fertiggestellt werden."

Was Leisten Apps und Antikörpertests?
In den ersten zwei Wochen nach dem Start der deutschen Corona-App am 16. 6. 2020 haben sich immerhin bereits 16 Mio. Bürger registriert. Diejenigen, die die App bisher installiert haben, sind Umfragen zufolge zufrieden und betonen die Einfachheit des Vorgehens.
Bei den vielen Antikörpertests ist nach wie vor die Spreu vom Weizen zu trennen: Die meisten sind immer noch zu ungenau. Bekannt ist inzwischen, dass einmalige Abstrichtests ungenügend sind, weil sie falsch negativ ausfallen können. Der Charité-Test, der bei uns etabliert ist, hat zusammen mit einem Test aus Hongkong und einem aus der USA die Spitzenposition bei den PCR-Tests. Die derzeit entwickelten Schnelltests sind noch nicht das Maß der Dinge, können jedoch in naher Zukunft z. B. den Zugang zu Großveranstaltungen begünstigen. Wir erfahren einen rasanten Fortschritt der Digitalisierung, auch wenn der PBV für eine restriktive Vorgehensweise plädiert, um nicht etwa die Menschen mit einer App in Infizierte, Gesunde oder Genesene einzuteilen. Gleichwohl sind wir uns bewusst, dass die Covid-19-Pandemie die Digitalisierung auch in der Praxis voranbringen muss. So wird es z. B. vermehrt digitale Medikationspläne geben und Notfalldaten im Unglücksfall unmittelbar abrufbar sein. Wenn es so weit ist, benötigen auch wir Privatärzte den elektronischen Heilberufsausweis (ei-IBA), welcher für weitere Anwendungen im Rahmen der Telematikinfrastruktur (TI) Voraussetzung sein wird.  ... mehr im PDF

Bewältigung der Pandemie in Privatpraxen
Die Corona-Pandemie und der daraus resultierende Lockdown traf die Privatärzte häufig schwer: Im Gegensatz zu den Kassenärzten bekamen wir Privatärzte keine Ausgleichszahlung der KV (Kassenärzte wurden ja am Vorjahresquartal bemessen entlohnt), sondern waren und sind als freie Ärzte auf die Einnahmen aus dem täglichen Praxisbetrieb angewiesen.

Hierbei gibt es natürlich enorme Unterschiede in den Facharztgruppen, beispielsweise zwischen Allgemeinärzten, die die tägliche Versorgung auch während der Lockdown-Zeiten sicherstellen mussten und Dermato-logen, bei denen die Check-ups und Behandlungen eher zurückgestellt wurden, und die deshalb weit stärkere Einbußen zu verzeichnen hatten (und haben).

Dabei muss betont werden, dass bei der Versorgung der Bevölkerung die Privatärzte eine wesentliche Rolle spielen, was häufig nicht so beachtet wird. Gerade in Pandemiezeiten haben die Privatärzte ihre Coronapa-tienten intensiver betreuen können, dadurch das System nicht nur entlastet, sondern so manche Kranken-hauseinweisung verhindert und zu einer Stabilisierung der Situation beigetragen.

Zu Beginn der Pandemie, als noch unklar war wie die Infektionswege sind, waren alle Patienten sehr verun-sichert. Dies führte dazu, dass nur noch dringend notwendige Untersuchungen und Behandlungen angefragt wurden, ja teilweise wurden selbst diese nicht durchgeführt, was im Nachhinein bei manchen Patienten große Nachteile brachte. Deshalb mussten sich Facharztpraxen sehr kurzfristig auf geringere Patientenzahlen und natürlich auch auf geringere Umsätze einstellen.  ... mehr im PDF
CORONA SPLITTER FEBRUAR 2021 – Impfstoff-Chaos dauert an
Während auf der einen Seite Forderungen aus bestimmten Lagern nach Impfstoffpflicht für bestimmte Berufsgruppen aufkommen, sind auf der anderen Seite überhaupt nicht genügend Impfstoffe vorhanden. Dieser Zustand wird sich zwangsläufig erst Mitte des Jahres bessern, wenn sämtliche Resourcen zugänglich sind, und auch verschiedene Hersteller "ins Rennen geschickt" werden.
Beispielsweise empfiehlt SPD Vize Frau Midyatli den AstraZeneca-Impfstoff für Medizinisches Personal, Lehrer und Polizei. Minister Spahn ist "offen" für russische und chinesische Impfstoffe, nur weil der Druck der Öffentlichkeit zunimmt (wohl aber am ehesten wegen der Versäumnisse bei den Vertragsabschlüssen mit einzelnen Firmen)!
Auch wird eine neuerliche Priorisierung bei der Auswahl der Impfwilligen erwogen: die DGIM, die größte (internistische) Gesellschaft in Europa, fordert eine bevorzugte Impfung der Vorerkrankten, ... da sind ganz schnell die Millionen an Hochdruck-Erkrankten dabei; das sind nur Beispiele, die belegen, in welche Strudel man hingeraten kann, wenn bei Impfstoff-Knappheit ein Gerangel mit den noch nicht geimpften 80-jährigen entsteht. Bekommt man es dagegen geregelt, Ruhe zu bewahren bis v.a. die "besseren" Impfstoffe von Curevac, Moderna und Biontech bis Anfang des nächsten Quartals genügend zur Verfügung stehen, braucht man solche Priorisierun-gen kaum noch. mRNA-Impfstoffe enthalten keine Adjuvantien, und außerdem kann der von Curevac wegen geringerer Temperatur-Anforderungen auch in unseren Arztpraxen verimpft werden, was die meisten unserer Patienten ohnehin bevorzugen.
Dazu haben wir mehr Sicherheit: die Studien Verum gegen Placebo zei-gen bereits, dass nur die Plazebo-Geimpften sich wieder infizieren, was Rückschlüsse auf die Geimpften zulässt; soweit sind die Informationen schon. Auch der Vorsprung in Israel zeigt, dass Geimpfte nicht wieder erkranken, außer bei den Mutanten aus Südafrika und Brasilien: da scheint eine Reinfektion eher möglich, es wird gerade intensiv daran geforscht.  ... mehr im PDF
Weitere Berichte, z. B. zu Amtliche Gebührenordnung für Ärzte, zu FFP2-Masken und ein Ausblick des PBV worauf sich Privatärztinnen und - ärzte 2021 einstellen müssen, lesen Sie in der PDF-Ausgabe!

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Gekürzte Ausgabe
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