Privatärztliche Praxis
Ausgabe 3/2020

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Covid-19: Verbesserte Tests plus App

Der deutsche Fortschritt ist beachtlich: Nicht nur, daß der E-Sarbeco-Test, der von Professor Drosten entwickelt wurde, zu den drei besten von den 9 Coronatests weltweit gehört, nun ist bereits ein weiterer Meilenstein in Aussicht, ein schnellerer Test aus Rostock, der nicht die Hüllgene des Virus erkennt, sondern der mit wenigen Blutstropfen das Erbgut nachweist.
Professor Arndt Rolfs hat sich mit seinen Tests auf das Erbgut seltener Krankheiten konzentriert. Zu diesem Kerngeschäft möchte er zurückkehren, nachdem er quasi zwischenzeitlich seinen Coronatest vorantreibt. Labore wurden bereits bei den üblichen Abstrichtests von zuletzt ca. 52 EUR auf 39 EUR „heruntergedrückt“ (bei Privaten etwas höherer Satz), Rolfs geht aber davon aus, dass seine Tests bereits für unter 20 EUR etabliert werden können, in Rostock werden bereits viele Schulen, Altersheime etc. getestet. Der Clou dabei: Die Ergebnisse sind nach 1 - 1 1/2 Stunden da, können also auch in Fußballstadien, auf Flugplätzen und in Krankenhäusern rasch eingesetzt werden (FAS, S. 30, 21. 6. 2020). Die Tests werden wohl auch bei Reiseunternehmen akzeptiert, so dass es auch hier weitere Lockerungen geben wird ...
 
Mehr zum Themenbereich Corona im PDF oder auf der Covid-19-Seite des PBV

Wie kann die neue bundesrepublikanische App helfen?

 

Die neuesten Zahlen bei der Corona-App-Installation liegen Stand 17. Juli bei 15,9 Millionen (Downloads, Quelle: RKI), einige Senioren fühlen sich aber ausgegrenzt: Ihre mehr als 5 Jahre alten Geräte „schaffen“ das Betriebssystem nicht, die App kann nicht installiert werden. Viele sind sauer, sie vermuten, dass v.a. Apple seine Neuverkäufe an-kurbeln will! Die Reisetätigkeiten werden wieder angekurbelt, im Ausland funktioniert jedoch unsere App nicht. Inwiefern nun dennoch diese App die üblichen Maßnahmen wie Mundschutz und Abstand ergänzen kann, ...bleibt vorerst noch abzuwarten, Kanzleramtsminister (und Kollege) Helge Braun ist von ihrem Zusatznutzen überzeugt!

Fazit: Insgesamt ist es doch erstaunlich, wieviel Fortschritt bei der Bekämpfung der Jahrhundertseuche gelingt.


Dr.Oehl-Voss


Immunschub gegen das Coronavirus

 

Der Verlauf der Corona-Pandemie wird stark davon abhängen, wie schnell Medikamente oder Impfstoffe gegen das SARS-Co-Virus 2 entwickelt werden können. Forscher wollen nun in mindestens einer Phase-III-Studie untersuchen, ob der ursprünglich von Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Infektionsbiologie gegen Tuberkulose entwickelte Impfstoff-Kandidat VPM1002 auch bei einer Infektion mit SARS-00V-2 wirk-sam ist. Die großangelegte Studie soll an mehreren Kliniken in Deutschland durchgeführt werden und wird ältere Menschen sowie Beschäftigte im Gesundheitswesen umfassen, die besonders von der Erkrankung be-droht sind. VPM1002 könnte so helfen, die Zeit bis zu einem Impfstoff zu überbrücken, der spezifisch gegen SARS-Co-Virus 2 wirksam ist.


VPM1002 basiert auf einem Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelten Impfstoff namens BCG. Studien an Mäusen zeigen, dass der BCG-Impfstoff nicht nur vor Tuberkulose, sondern auch vor Virusinfektionen der Atemwege schützen kann. An Grippe erkrankte Mäuse haben demzufolge weniger lnfluenza-A-Viren im Blut, wenn sie zuvor mit BCG geimpft wurden. Die Tiere wiesen dadurch weniger Schädigungen der Lungen auf. Eine Impfung mit BCG erhöht weiteren Studien zufolge auch die Resistenz der Tiere gegenüber anderen Viren wie zum Beispiel Herpesviren vom Typ 1 und 2. Aus den Niederlanden und Großbritannien gibt es zudem Hinweise darauf, dass BGC als sogenannter Bystander-Impfstoff gegen das neue Coronavirus helfen könnte. Offenbar aktiviert eine Impfung mit BCG auch das Immunsystem gegen eine Virusinfektion. Dadurch verringert der Impfstoff die Gefahr schwerer Krankheitsverläufe und senkt so die Todesrate 
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(Quelle „Der Allgemeinarzt, 7/2020“)

Auf dem Weg zu einem COVID-19-Impfstoff

 

Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat Ende April die erste klinische Prüfung eines Impfstoffs gegen COVID-19 in Deutschland genehmigt. Erste klinische Prüfungen haben das Ziel, die generelle Verträglichkeit von lmpf-stoffkandidaten und ihre Fähigkeit zu ermitteln, eine spezifische Immunantwort gegen den Erreger zu erzeu-gen. Bei dem lmpfstoffkandidaten des Mainzer Biotechnologieunternehmens BioNTech handelt es sich um einen sogenannten RNA-Impfstoff, der die genetische Information für den Bau des sog. Spikeproteins des C0V-2 oder Teile davon in Form der RNA enthält. Im ersten Teil der klinischen Prüfung werden 200 gesunde Probanden im Alter von 18 bis 55 Jahren mit jeweils einer von mehreren gering modifizierten lmpfstoffvari-anten geimpft ... mehr im PDF

(Quelle „Der Allgemeinarzt, 9/2020“)

GOÄ-Ratgeber | Erläuterungen zu den Abrechnungsempfehlungen zur Berechnung von ärztlichen Leistungen im Rahmen der COVID-19-Pandemie

  1. Berechnung nach „Nr. 245 GOÄ analog, erhöhte Hygienemaßnahmen im Rahmen der COVID-19-Pandemie“ zum 2,3-fachen Satz in Höhe von 14,75 €
  2. Nur bei unmittelbarem persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt
  3. Einmal je Sitzung berechnungsfähig
  4. Keine gleichzeitige Steigerung der in derselben Sitzung erbrachten Leistungen über den Schwellenwert (z. B. 2,3-facher Satz) mit der Begründung z. B. „erhöhter Hygieneaufwand“ etc. aufgrund der COVID-19-Pandemie
  5. Steigerung der anderen in derselben Sitzung erbrachten Leistungen über den Schwellenwert (z. B. 2,3-facher Satz) nur (!) aufgrund sonstiger Erschwernisgründe, wie z. B. Blutung, Rezidiv etc.
  6. Wenn nicht (!) Nr. 245 GOÄ analog berechnet wird und ein erhöhter Hygieneaufwand durch Steigerung der erbrachten Leistungen in Rechnung gestellt wird, ist die Steigerung für jede einzelne Leistung verständlich und nachvollziehbar zu begründen. Keine Pauschalbegründung!
  7. Nicht berechnungsfähig bei einer Leichenschau (Voraussetzung Arzt-Patienten-Kontakt, Leiche ist kein Pati-ent). Erhöhter (Zeit-)Aufwand bei besonderen Todesumständen eventuell nach Nr. 102 GOÄ berechnungsfä-hig.
  8. Die Abrechnungsempfehlung gilt vom 5. Mai 2020 zunächst befristet bis zum 31. Juli 2020
(Quelle „Deutsche Ärzteblatt, Jg. 117/Heft 21/ 22. Mai 2020“)

Amtliche Gebührenordnung für Ärzte

Der Vorstand der Bundesärztekammer hat am 07.05.2020 (Wahlperiode 2019/2023) die nachfolgenden Abrechnungsempfehlungen beschlossen:
(1) Gemeinsame Analogabrechnungsempfehlung von BÄK, PKV-Verband und den Trägern der Kosten in Krankheits-, Pflege- und Geburtsfäl-len nach beamtenrechtlichen Vorschriften des Bundes und der Länder für die Erfüllung auf-wändiger Hygienemaßnahmen im Rahmen der COVID-19-Pandemie:
Erfüllung aufwändiger Hygienemaßnahmen im Rahmen der COVID-19-Pandemie, je Sitzung analog Nr. 245 GOÄ, erhöhte Hygienemaßnah-men, zum 2,3fachen Satz. Die Abrechnungsempfehlung gilt zunächst befris-tet bis zum 31.07.2020 und ist nur bei unmittel-barem persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt an-wendbar. Bei Berechnung der Analoggebühr nach Nr. 245 GOÄ kann ein erhöhter Hygieneauf-wand nicht zeitgleich durch ein Überschreiten des 2,3fachen Gebührensatzes für die in der Sit-zung erbrachten ärztlichen Leistungen berechnet werden. Wegen der nach § 21 Abs. 6 KHG pau-schal in Höhe von 50 Euro finanzierten Kosten für Schutzausrüstungen sind ärztliche Leistungen bei stationärer Behandlung von dieser Abrechnungs-empfehlung ausgenommen, sofern die Behand-lung in einem zugelassenen Krankenhaus nach § 108 SGB V erfolgt  ... mehr im PDF
(Quelle „Deutsche Ärzteblatt, Jg. 117/Heft 21/ 22. Mai 2020“)

COVID-19 | Auch eine systemische Gefäßentzündung

Die ersten COVID-19-Patienten mit schweren Krankheitsverläufen erlitten vor allem schwere Lungenentzündungen als Komplikation. Ärzte stellten jedoch fest, dass zunehmend Patienten auch Herz-Kreislauf-Probleme oder Multi-organversagen zeigten. Bei Untersuchungen der Gewebeproben von verstorbenen COVID-19-Patienten fiel Patho-logen am Universitätsspital Zürich auf, dass die Patienten nicht nur an einer Entzündung der Lunge litten, sondern die Entzündung das gesamte Endothel verschiedenster Organe betraf. Zudem gelang es den Forschern, SARS00V-2 erstmals direkt im Endothel sowie den dort durch das Virus ausgelösten Zelltod nachzuweisen. Die Forscher schlos-sen daraus, dass das Virus nicht wie bisher vermutet über die Lunge, sondern über die im Endothel vorkommenden ACE2-Rezeptoren die körpereigene Verteidigung direkt angreift und zu einer generalisierten Entzündung im En-dothel führt, die dessen Schutzfunktion zum Erliegen bringt. Das Virus löst also nicht nur eine Lungenentzündung aus, die dann ursächlich für weitere Komplikationen ist, sondern direkt eine systemische Endotheliitis, eine Entzün-dung des gesamten Endothels im Körper, die alle Gefäßbetten erfasst: Herz-, Hirn-, Lungen- und Nierengefäße so-wie Gefäße im Darmtrakt. Mit fatalen Folgen ... mehr im PDF
(Quelle „Der Allgemeinarzt, 9/2020“)

COVID-19 | Hilfe und Hinweise Ihrer Steuerberater und Rechtsanwälte der meditaxa Group e. V.

Die Mitglieder der meditaxa Group e. V., Ihrem Fachkreis für Steuerfragen der Heilberu-fe, stehen Ihnen während der Pandemie zur Seite. Im Folgenden haben wir für Sie Hin-weise zu relevanten Themen der Corona-Krise zusammengestellt.
 
Kurzarbeitergeld beantragen: Kurzarbeitergeld kann jedes Unternehmen beantragen, wenn Mitarbeiter aufgrund des Arbeitsausfalls nicht mehr voll beschäftigt werden können. Dabei reicht es bereits, wenn der Arbeitsausfall 10 Prozent beträgt und vom Arbeitsausfall ebenfalls 10 Prozent der Arbeitnehmer betroffen sind. Sie können das Kurzarbeiter-geld bei der örtlich zuständigen Bundesagentur für Arbeit beantragen. Es empfiehlt sich, den Antrag online zu stellen: www.arbeitsagentur.de (Direkteinstiege in die Themen finden Sie auf der Startseite).
Ist das Thema Kurzarbeit für Ihre Praxis relevant, sollten Sie Ihre Mitarbeiter auf zwei mögliche Folgen auf-merksam machen:
  •  Das Kurzarbeitergeld wird fiktiv zu den Einkünften der Mitarbeiter hinzugerechnet. Daraus wird pro-zentual der anzuwendende Steuersatz ermittelt und auf die Einkünfte angewendet (sog. Progressi-onsvorbehalt § 32 b EStG). Somit kann es zu Steuernachzahlungen kommen.
  • Beträgt das Kurzarbeitergeld mehr als 410 Euro jährlich, sind Arbeitnehmer in Kurzarbeit gemäß § 46 Absatz 2 Nr. 1 EStG verpflichtet, für dieses Jahr Steuererklärungen abzugeben.
Für eine zusätzliche Tätigkeit in systemrelevanten Bereichen (z. B. Landwirtschaft, Lebensmittelbranche, Gesundheitswesen im Bereich Krankenhäuser und Apotheken), die Arbeitnehmer während der Dauer einer bei ihnen angeordneten Kurzarbeit in der Zeit vom 01. April bis 31. Oktober 2020 aufnehmen, wird der dort hinzuverdiente Lohn bis zur Grenze des ursprünglichen Nettogehalts (Gehalt vor Kurzarbeit) nicht auf das Kurzarbeitergeld angerechnet. Bis zur Grenze des ursprünglichen Nettoverdienstes vor Kurzarbeit darf ein Arbeitnehmer somit ohne Anrechnung hinzuverdienen, wenn er in einem systemrelevanten Zweig arbeitet ... mehr im PDF
(Quelle „meditaxa 93“ Mai 2020)
Weitere Berichte, z. B. zu Covid-19, Hilfsprogrammen oder Abrechnungsempfehlungen lesen Sie in der PDF-Ausgabe!

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