Privatärztliche Praxis
Ausgabe 5/2019

Save the Date / Tag der Privatmedizin / Frankfurt

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30. November 2019
www.tag-der-privatmedizin.de

 

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Zum Tag der Privatmedizin | Frankfurt

Wird die Privatmedizin zum Spielball der Gesundheitspolitik?

 

Das Tempo, das Gesundheitsminister Jens Spahn bei anstehenden Reformen vorlegt, ist enorm und wird von Teilen der Politik begrüsst. Der Ärzteschaft schwirrt hingegen vor lauter Neuerungen der Kopf— in der Notdienstregelung, in der Pflege, in der Telemedizin, in den Forderungen an die Praxen bezüglich betriebsärztlicher Betreuung.

 

Es scheint bezeichnend, dass alle Impulse und Veränderungen im Wesentlichen auf den vertragsärztlichen Bereich und dessen weitere Einschränkung der Freiberuflichkeit abzielen. Ist es Zufall oder Absicht, dass die Privatmedizin in dieser Hinsicht „hintenansteht? Soll man sich dar-über freuen oder eher misstrauisch werden?

Es ist still geworden um die Privatmedizin
Folgt man Dr. med. Norbert A. Franz, Vorstandsvorsitzender des Privatärztlichen Bundesverbandes (PBV), sollten bei alten privatärztlich Tätigen inzwischen die Warnlampen ganz hell leuchten - und zwar gerade, weil es rund um die Privatmedizin so still geworden ist. „Warum", so fragt er sicher zurecht. „ist in der zentralen Frage der wirtschaftlichen Basis einer endlich leistungsgerecht und zukunftsfähig gestalteten Privatbehandlung nichts mehr passiert? Da liegt eine praktisch fertige neue GOÄ auf dem Tisch, die - wie wir schon auf dem letztjährigen Tag der Privatmedizin eindrucksvoll miterleben konnten – Längst zwischen PKV, BÄK und Verbänden als konsolidiert gelten kann. Selbst beim anfänglich so heftig umstrittenen Thema Gebührenkommission waren sich alle Beteiligten doch einig, mit klar formuliertem Arbeitsauftrag und einem vernünftigen Plan für die nächsten Schritte.

In der Tat steht zu befürchten, dass hinter den fehlenden Ergebnissen Methode steht. Denn das offensichtliche Verzögern und Ausbremsen der Fortschritte in der Privatmedizin dient nur einem Interesse: Die Privatmedizin gesundheitspolitisch auf das Abstellgleis zu schieben. „Umso länger Ergebnisse ausbleiben, umso tiefer steckt jeder Reformansatz im Wahlkampf und wird letztlich von ihm aufgerieben", hält der PBV-Vorsitzende der Privatärzteschaft vor Augen.

„Wenn wir das bis Ende des Jahres so schleifen lassen, kommt die Privatmedizin in eine explosive Gemengelage. Des gilt es gemeinsam mit aller Kraft zu verhindern.- Grund genug für den Privatärztlichen Bundesverband, den diesjährigen Tag der Privatmedizin als Plattform aller Akteure der Privatmedizin zu gestalten. Gemeinsam sollen Einschätzungen und Positionen ausgetauscht, zusammengeführt und die Reihen geschlossen werden, bevor es zu spät ist.

 

Den einführenden und einordnenden Impulsvortrag für die anschließende Podiumsdiskussion wird das Vorstandsmitglied des Spitzenverbandes der Fachärzte (SPIFA e. V.), Dr. med. Hans-Friedrich Spies, halten.  ... mehr zu den Veranstaltungsinhalten im PDF


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Tilgners Bericht aus Berlin: Ja, es gab sie tatsächlich einmal. Die parlamentsfreien Wochen im Sommer, in denen auch die Gesundheitspolitik ruhte. Deren Akteure durften Gedanken und Strategien für den Herbst sammeln. Alles vorbei: Das heutige gesundheitspolitische Berlin ist ein brodelnder Hexenkessel.

 

Hexenkessel statt Sommernachtstraum


So mancher, der auf den Wechsel des mittlerweile als „Polit-Turbo" bekannten Gesundheitsministers Jens Spahn ins Verteidigungsressort gehofft hatte, mussten schon am Tag nach der Entscheidung zugunsten von Annegret Kramp-Karrenbauer zur Kenntnis nehmen, wie Spahn weiterzumachen gedenkt. Gleich drei Gesetze stellte er vor: Regelungen für die Apotheke vor Ort, verpflichtende Schutzimpfungen vor allem gegen Masern und eine komplette Neuordnung der Arbeit des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK). Dass es in diesem Tempo weitergeht, davon kann man wohl ausgehen. Und dabei muss man nicht einmal auf den mittlerweile fast zum Spahn-Freund mutierten SPD-Gesundheitspolitiker Prof. Dr. Karl Lauterbach vertrauen. Der rieb sich neulich in einer Hintergrundrunde die Hände und freute sich, dass der Koalitionsvertrag, der ja doch eine deutliche sozialliberale Handschrift habe, nun bald abgearbeitet sei. Weshalb ihm jetzt einiges dazu einfalle, wie man die folgende Kür gestalten könne. Nur ran, mag jetzt ein zynischer Zeitgenosse denken. Spahn wird's schon richten. Hauptsache Action und Schlagzeilen.

Das System Spahn
Vielen ist das System Spahn inzwischen unheimlich. Ja, der macht endlich etwas, wo sich seit Jahren nichts bewegt hat, heißt es aus der Ecke derjenigen, die sich jetzt Fortschritte in der Digitalisierung erhoffen. Und in der Tat scheinen einigen Lahmen dort inzwischen Flügel zu wachsen. Auf der anderen Seite fürchtet man ein später kaum noch zu entflechtendes Regulierungswerk, das die Selbstverwaltung quasi entmachtet. Es bahnt einer Staatsmedizin den Weg, die zwar vom Namen her weiter verpönt ist, doch durch die normative Kraft des Faktischen künftig wohl viele gesundheitspolitische Entscheidungen derart institutionalisieren wird, dass die Heilberufe ausübenden Akteure des Systems nur noch Regeln zu folgen haben. Kurzum: Das Gesundheitswesen könnte durch den schnellen Trend zur streng staatlich kontrollierten, regulierten Versorgung in eine bislang ungeahnte Krise schlittern.

Staatsmedizin heißt Mangelverwaltung
Dabei sind die Anzeichen bei genauem Hinsehen deutlich zu erkennen. Der Blick auf den NHS in Großbritannien zeigt, dass Staatsmedizin gleich Mangelverwaltung ist. Im Inland sehen wir in diesen Wochen gravierende Engpässe bei der Arzneimittelversorgung. Viele Medikamente sind nicht lieferbar, da es unter ande-rem aufgrund der Rabattverträge nicht mehr genügend Hersteller gibt, die Alternativen zu Präparaten vor-halten. Viele sind inzwischen nur noch im fernen Osten wirtschaftlich herstellbar. Ganz zu schweigen von Qualitätsproblemen. Der Valsartan-Skandal ist nur wenige Monate her. Infolge des TSVG, des Gesetzes, das angeblich die Terminvergabe für gesetzlich Versicherte verbessern soll, sieht man inzwischen bereits Chroniker, die Probleme bekommen, Termine in total überlasteten Arztpraxen zu vereinbaren. Nur ärztlicher Ethik und nicht selten Aufopferung ist es zu verdanken, wenn dieses unsinnige Gesetz bislang nicht größere Versorgungsprobleme auslöst
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(Quelle „zifferdrei Das Magazin der PVS 03/2019)

 

 

Praxiswerbung – werden Sie sichtbar!

 

Gut die Hälfte der niedergelassenen Ärzte schätzt Werbemaßnahmen für die eigene Praxis als wichtig ein. Doch müssen sich Mediziner für Themen wie Außendarstellung und Onlinereichweite interessieren? Besser wäre es, sagen Marketingprofis.

Abstoßen. Das war der Plan. Die Praxis noch kurz halten, ein paar Monate vielleicht, ein paar wenige Jahre höchstens, sie dann verkaufen - und sich selbst aufmachen in den Ruhestand. Viel war ohnehin nicht mehr passiert in den letzten Jahren: Die Patienten wurden weniger, er selbst, nieder-gelassener Zahnarzt seit mehr als 30 Jahren, immer arbeitsmüder, wahrscheinlich bedingte auch das eine das andere: Mit ausbleibenden Patienten sinkt der Spaß an der Arbeit, und einem Mediziner mit wenig Arbeitselan wiederum laufen die Patienten weg. Der Verkauf der Praxis also: beschlossene Sache.
Doch wie das so ist mit Ware, Leistungen, und ja, auch ganzen Geschäften, die feilgeboten werden sollen: Sie haben attraktiv zu sein, annehmbar, bekannt, um für Käufer in Frage zu kommen. Seine Zahnarztpraxis jedoch war trotz Großstadtlage nichts davon. Der Mediziner musste aktiv werden, sein Geschäft für den Verkauf trimmen. „Die Braut aufhübschen", nennt das Christian Finke, geschäftsführender Gesellschafter der Informationsstelle Gesundheit, einer Düsseldorfer Agentur, die sich auf Praxismarketing spezialisiert hat. Dienstleister wie er kümmern sich um eine gelungene Außendarstellung von Ärzten, polieren die Reputation auf, sorgen auf verschiedenen Wegen dafür, dass niedergelassene Mediziner von interessierten Patienten gefunden werden.

Etwas mehr als die Hälfte der niedergelassenen Ärzte (51,8 Prozent) in Deutschland stuft Maßnahmen des Praxismarketings derzeit als wichtig oder sehr wichtig ein. Das zeigen die jüngsten Zahlen, die die Stiftung Gesundheit in ihrer Studienreihe „Ärzte im Zukunftsmarkt Gesundheit" jährlich zusammenstellt. Dabei hatte es unlängst durchaus einen Einbruch gegeben: In den Jahren 2014 bis 2016 Lag der Anteil der Marketingbefürworter unter den Ärzten nur bei 41,7 (2014), 45,9 (2015) und 44,3 Prozent (2016), was die Wissenschaftler mit einer Korrelation zwischen Konjunktur und Marketingbudget zu erklären versuchen: Nachrichten über eine schwächere gesamtwirtschaftliche Lage oder aber die gefühlte Konjunktur in der jeweils jüngeren Vergangenheit führe – durchaus also retrospektiv – bei Ärzten zu mehr Aufmerksamkeit für das eigene Marketing.
Die Zeit scheint nun wieder gekommen. Für wie viele unterschiedliche Szenarien Marketingmaßnahmen nötig oder hilfreich sein können, Lässt sich gut an den Fällen ablesen, die Finke und sein Team betreuen: Da ist etwa die neu gegründete Zahnarzt-praxis in mittelmäßiger Stadtrandlage, die vor allem Patienten aus der direkten Umgebung anziehen will; da ist die etablierte, gut laufende Praxis, die sich nicht auf dem Erreichten ausruhen, sondern expandieren will, sowohl räumlich als auch personell. Da ist aber auch die Hautarzt-praxis, die sich ausschließlich an Privatpatienten richtet, sich höheren Umsatz wünscht – aber zeitgleich schlechte Bewertungen über sich in diversen Arztportalen Lesen muss. Oder die Zahnarztpraxis in prekärer Lage, die mit 120 Patienten pro Quartal kaum über die Runden kommt, sogar Schwierigkeiten hat, den Kredit für die Praxis ab-zuzahlen. ... mehr im PDF
(Quelle „zifferdrei Das Magazin der PVS 03/2019)
Weitere Berichte, z. B. zu Steuerermäßigungen für haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen lesen Sie in der PDF-Ausgabe!

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